GVTB-Betonpreis 2019

Vielfalt von Transportbeton


Bereits zum siebten Mal fiel die Entscheidung für den Betonpreis des Güteverbandes Transportbeton, GVTB. Der Wohnbau Aldrans erhielt eine Anerkennung in der Kategorie Design. „Der Wohnbau ist einfach großartig – man schaut von jeder Wohnung in die Berge, der Entwurf ist einfach architektonisch besonders“, so Jurymitglied Johann Kollegger.

Auch Jörg Fessler zeigte sich begeistert: „Das ist für mich ein herausragendes Beispiel für den Einsatz von Sichtbeton.“ Dem Sichtbeton wurde in der Tat nach Plänen von Architekt Martin Kinzner alles andere untergeordnet: Die Leitidee war, das Auffächern von Bauklötzen mit dreiseitig offenen Sichtbetonriegeln. Fröschl AG & Co KG zeichnete als ausführendes Unternehmen wie auch für den Transportbeton verantwortlich. Die Riegel liegen beinahe wie zufällig gestapelt, dreigeschossig übereinander. Bei genauerer Betrachtung ist eine bewusste Anordnung, die der Gesamtbebauung eine gewisse Kleinmaßstäblichkeit verleiht, erkennbar. Die großflächig verglasten Breitseiten öffnen sich parallel zur Nordkette und bieten den Blick über das gesamte Inntal. Diese Skulptur aus gestapelten Sichtbetonriegeln reagiert auf die bestehende Umgebung und ermöglicht durch die gezielte Orientierung und Ausrichtung eine ungestörte Blickachse auf das alpine Umfeld. Die bauteilübergreifende, fugenlose Sichtbetonoptik sowie die konsequente Umsetzung des vorgegebenen Schalungsbildes und des Ankerrasters erforderte höchste Präzision in der Ausführung und planerischen Vorarbeit. Die Schalhaut zeigt eine leichte Holzstruktur, welche mit einer Oberflächenpolitur gereinigt, optisch homogenisiert und dezent verstärkt wurde. Sämtliche Sichtbetonoberflächen wurden im Anschluss an diesen Arbeitsvorgang mit einer neutralen schmutz- und wasserabweisenden Nano-Hydrophobierung eingelassen, um der nachhaltigen Sichtbeton-Gebäudehülle ein optisch konstantes Erscheinungsbild zu verleihen. Der Preis 2019 Insgesamt wurden 14 Projekte eingereicht – auffällig dabei die hohe ausgeführte Qualität wie auch die Innovationskraft. „Noch nie hatten wir so viele Einreichungen wie diesmal, zudem bin ich von der Vielfalt beeindruckt und welche innovativen Leistungen unsere Unternehmen umsetzen. Die architektonische Gestaltung war bei einigen Projekten sehr anspruchsvoll wie die ausgezeichneten Projekte eindrucksvoll unter Beweis stellen“, erläutert Markus Stumvoll, Präsident des GVTB. In allen Kategorien – Funktion, Innovation, Ausführungsleistung, Nachhaltigkeit und Design – überzeugten die Landesgalerie Krems als auch die Rad- und Gehwegbrücke in der Steiermark. sowie die Anerkennung in der Kategorie Design für den Wohnbau Aldrans. Kühne Vision Die Landesgalerie Niederösterreich in Krems-Stein an der Donau ist eines der beiden Siegerprojekte. Der Bau beruht auf der kühnen Vision von Marte.Marte Architekten, ausgeführt von Wopfinger Transportbeton und Dywidag Dyckerhoff & Widmann. Juror Elmar Hagmann schwärmt von den geometrisch windschiefen hyperbolisch-paraboloiden Flächen – Wojciech Czaja lobt die herausragende Ausführungsqualität, vor allem in den Stiegenhäusern. Der Solitär setzt in dem Museumsviertel Krems ein starkes architektonisches Zeichen. Basierend auf der elementaren Geometrie eines Quadrates, der sich rotierend und nach oben verjüngend in die Höhe schraubt, ist es Marte.Marte Architekten gelungen, dem massiven Betonbau eine dynamische Bewegung zu verleihen, die ihn nahezu abheben lässt. Auf fünf Ebenen und einer Gesamtfläche von 3.000 Quadratmetern verbindet das neue Zentrum für bildende Kunst die Bestände der Landessammlungen Niederösterreichs mit wichtigen Privatkollektionen. Der Bau lagert auf vier Eckpunkten eines quadratischen Grundrisses mit 33 Meter Seitenlänge. Doppelt gekrümmte Wände, die sich bis zur Oberkante auf 30 Meter verjüngen, bilden dabei hyperbolische Paraboloide, deren Flächen je nach Blickwinkel unterschiedlich erscheinen. Hinter der silbrig matten Gebäudehülle aus Titanzinkblech verbirgt sich die massive Betonwand als tragende Konstruktion. Die Lasten werden an den vier Eckpunkten im Untergeschoss durch raumhohe, zwei mal zwei Meter messende massive Stützen abgetragen. Zusätzlich gibt es zwei tragende Kerne: Einen mit zwei Stiegenhäusern, den anderen mit Lift und Versorgungsschächten. Beheizt und gekühlt wird das Gebäude über eine Geothermie-Anlage. Die Energie dafür wird durch Bohrpfähle unterhalb der Fundamente mittels Wärmepumpe gewonnen. Zur Kühlung der Räume wurden die Betondecken bauteilaktiviert und dienen somit als Speichermasse, beheizt wird über eine Fußbodenheizung.

Güteverband Transportbeton, GVTB
www.gvtb.at

Den vollständigen Beitrag finden Sie in der Ausgabe 03 / 2021
Ausgabe 04/20
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