Tanzhaus in Zürich aus Isolationsbeton

Fassade mit Rhythmus


Präzise getaktet wie im Rhythmus eines Musikstücks erscheint die Fassade des neuen Tanzhauses in Zürich. Errichtet wurden die charakteristischen, 65 Zentimeter starken Trapeze aus Isolationsbeton.

Einen internationalen Wettbewerb rief die Stadt Zürich 2014 aus, um die 2012 niedergebrannte Maschinenhalle am Limmat-Ufer in Zürich-Wipkingen durch einen Neubau zu ersetzen. Als Sieger gingen Barozzi Veiga Architekten aus Barcelona hervor, die als einzige unter den sechs Bewerbern einen terrassierten, zweigeschossigen Bau präsentierten, dessen oberer Teil zurückversetzt ist und der sich so der gegebenen Hangneigung anpasst. „Das Projekt zielte darauf ab, die Promenade entlang des Flusses zu reaktivieren und die bisherige Raumsituation des Orts zu verändern und neu zu definieren“, erklärt Architekt Alberto Veiga. „In diesem Sinne erscheint das Gebäude als einfaches, abgestuftes Raumvolumen, das in den Hang integriert ist und von oben kaum wahrnehmbar ist.“ Tatsächlich ist das neue Gebäude von der oberhalb verlaufenden Straße aus gesehen praktisch unsichtbar. Umso markanter erscheint dann die dem Fluss zugewandte, rund 50 Meter lange Hauptfassade des Tanzhauses. Sie ist definiert durch die großen dreieckigen Pfeiler und Öffnungen, die sich in kleinerer Ausführung auch am darüberliegenden Staffelgeschoss finden. In ihrer präzisen, aneinandergereihten Anordnung erscheinen sie wie die Taktschläge eines Musikstücks und verleihen dem Gebäude seinen ganz eigenen, klaren Rhythmus.

Die 65 Zentimeter starke Außenwand des Tanzhauses wurde aus rund 250 Kubikmetern Liapor-Isolationsbeton errichtet – so die landestypische Bezeichnung für Liapor-Leichtbeton. Er erfüllt hier alle statischen Anforderungen, sorgt aber auch für die besondere Energieeffizienz. „Die Verwendung des besonderen Isolationsbetons erlaubte die Gestaltung einer Monomaterialfassade und ermöglichte die Konstruktion einer, fast ‚primitiven‘ Architektur“, erläutert Alberto Veiga. „Ausschlaggebend waren aber auch die hohe strukturelle Festigkeit und die besonders hohe Dämmwirkung dieses Isolationsbetons“, ergänzt Daniel Meyer, Geschäftsführer der Liapor Schweiz Vertriebs GmbH. Die Gebäudehülle weist einen U-Wert von rund 0,39 W/m2K auf und trägt damit zur hohen Energieeffizienz des Gebäudes bei. Dieses entspricht dem Schweizer Minergie-ECO-Standard und erfüllt dessen strenge Vorgaben hinsichtlich Baubiologie und Ökologie. Alle Innen- und Außenwände wurden in Sichtbetonqualität ausgeführt. Für den Bau der Fassade kamen speziell angefertigte Schalungselemente zum Einsatz, darunter fünf Meter hohe, dreieckige Spezialaussparungen, die in der Fassade alle 30 Zentimeter eingebaut wurden. Im Ergebnis weist die hellgraue Isolationsbetonfassade eine besonders glatte Textur auf, zeigt im Detail jedoch auch die charakteristischen Lunker und Hohlräume. An die Isolationsbetonpfeiler wurden anschließend noch filigrane Drahtgitter als Rankhilfe für Kletterpflanzen angebracht, die die Fassade im Sommer auf natürliche Weise verschatten.

Nach knapp dreijähriger Gesamtbauzeit wurde das neue Tanzhaus im Herbst 2019 feierlich eröffnet. Das Objekt zeigt, wie sich mit Isolationsbeton auch außergewöhnliche Architekturansätze erfolgreich umsetzen lassen, die sich durch besondere Klarheit in Geometrie und Materialität auszeichnen, gleichzeitig aber auch höchsten ökologischen und baubiologischen Ansprüchen genügen.

 

Architektur

Barozzi Veiga, E-08010 Barcelona

www.barozziveiga.com

 

Isolationsbetonzuschlag

Liapor GmbH & Co. KG, D-91352 Hallerndorf-Pautzfeld

www.liapor.com

Den vollständigen Beitrag finden Sie in der Ausgabe 03 / 2021
Ausgabe 03/21
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