Betonwerkstein im Wandel der Zeit

40 Jahre Info-b

Gründungsversammlung der Info-b am 6. Februar 1976 im Dyckerhoff Infozentrum Wiesbaden

Im vergangenen Jahr feierte die „Informationsgemeinschaft deutscher Betonwerkstein e.V.“ ihr 40jähriges Bestehen. Ein Blick auf die Historie der „Info-b“, wie sie kurz genannt wird, zeigt nicht nur die erfolgreiche Arbeit einer mittlerweile fest im Markt verankerten Institution, sondern auch die enormen Veränderungen, die sich beim Image und dem Einsatz von Betonwerkstein vollzogen haben.

Mit der Gründung der Info-b am 6. Februar 1976 in Wiesbaden entstand die erste Gemeinschaftswerbung für Betonerzeugnisse – zu einer Zeit, in der für die meisten Baustoffe Marketing noch ein Fremdwort war. In den zurückliegenden vier Jahrzehnten hat sich an den grundsätzlichen Zielen der Info-b nichts oder nur wenig geändert. Damals wie heute ging und geht es darum, die vielfältigen Vorteile des Betonwerksteins gegenüber Substituten wie etwa Naturstein oder Keramik deutlich zu machen und zu kommunizieren. Damals wie heute gilt es, sich den Herausforderungen des Marktes zu stellen und ihm neue Impulse zu verleihen. Im Fokus stand zunächst die zielgerichtete Kommunikation mit Planern und Architekten. Sie galt es umfassend zu informieren und von der Leistungsfähigkeit und Sicherheit qualitätsgeprüfter Betonprodukte zu überzeugen. Parallel dazu wurden vermehrt aber auch beim Endverbraucher Interesse und Begehrlichkeiten geweckt. Die Instrumente, derer man sich dazu bediente und immer noch bedient reichen von Öffentlichkeitsarbeit und Werbung über Fachpublikationen bis hin zur Teilnahme an regionalen und überregionalen Ausstellungen und Fachmessen. Heute spielen naturgemäß auch moderne Medien und Social Media wie die Homepage der Info-b mit ihrer Suchmaschine für Zulieferer sowie die informative Facebook-Seite der Gemeinschaft eine wichtige Rolle.

Imagewandel: Vom funktionalen Bauteil zum Gestaltungselement

Bei aller beschriebenen Kontinuität hat sich in den zurückliegenden 40 Jahren dennoch vieles verändert – man kann durchaus von einem Paradigmenwechsel sprechen. War es zu Beginn in erster Linie die Betonplatte im Innenbereich, die mit dem Begriff Betonwerkstein in Verbindung gebracht wurde, so ist Betonwerkstein heute grundsätzlich das Synonym für besonders gestaltete und innovative Betonerzeugnisse. Wo man früher Betonwerkstein als rein funktionales Bauteil sah, hat sich das Material heute zu einem ganz zentralen Gestaltungselement entwickelt. Nicht zuletzt dank neuer Herstelltechnologien wurde eine Vielzahl von Produkten kreiert, die speziell Architekten und Innenarchitekten von der gestalterischen Seite her ganz besonders ansprechen. Betonwerkstein kann heute nahezu überall eingesetzt werden, zum Beispiel bei Fassaden, extravaganten Innenbelägen, oberflächenbearbeiteten Pflastersteinen, überzeugenden Treppenanlagen oder dünnformatigen Wandfliesen. Oder, um es auf einen kurzen Nenner zu bringen: Betonwerkstein ist nach wie vor „das Schönste, was man aus Zement machen kann“. Im Betonwerkstein steckt aber immer noch jede Menge innovatives Potential in Bezug auf Gestaltung und Funktion. Dazu haben neben den bereits erwähnten neuen Herstelltechnologien natürlich auch die modernen Betonrezepturen beigetragen, die in vielen Bereichen zu einer signifikanten Qualitätsverbesserung geführt haben.

Betonwerkstein in der aktuellen Premium-Architektur

Bei dem enormen Imagewandel und der damit verbundenen ständig steigenden Wertschätzung des Betonwerksteins – speziell in Architektur und Innenarchitektur – verwundert es auch nicht, dass in den vergangenen Jahren der Betonwerkstein bei einer ganzen Reihe herausragender Bauprojekte Einzug in die aktuelle Premium-Architektur fand. Ganz aktuell beispielsweise beim Wiederaufbau des Berliner Schlosses zum künftigen Humboldt Forum. Nach dem Entwurf von Franco Stella wurden hier als Kontrapunkt zu den üppigen Barockfassaden mehrere Architekturbetonfassaden errichtet, die für einen spektakulären Raumeindruck sorgen. Genauer gesagt handelt es sich um „Feinbetonfassaden“ aus besonders hochwertigen, hellen Betonfertigteilen mit sehr fein gesäuerten Oberflächen. Spektakulär auch die aus fast 7.000 aufwändig hergestellten Betonwerksteinplatten bestehende Wandverkleidung in den sechs U-Bahnhöfen der neuen Wehrhahn-Linie in Düsseldorf – überwiegend Unikate in unterschiedlichen Formen und Formaten. Mit ihnen ist es den netzwerkarchitekten aus Darmstadt und der Künstlerin Heike Klussmann gelungen, die Verbindung von Architektur und Kunst im Stadtraum im wahrsten Sinne des Wortes „erfahrbar“ zu machen. Und am Münchner Königsplatz setzt das neugebaute NS-Dokumentationszentrum städtebaulich einen weithin sichtbaren Akzent. Realisiert wurde der „Weiße Würfel“ mit einer gelungenen Symbiose von Betonwerksteinelementen im Innenbereich sowie Betonfertigteilen und Ortbeton im Außenbereich. Aber nicht nur hierzulande, selbst im fernen New York findet Betonwerkstein aus deutscher Produktion seine Liebhaber. Mit dem Liberty Park am World Trade Center hat New York ein grünes Herzstück dazubekommen. Weil er erhöht liegt, können Besucher eine ungewöhnliche Stadtansicht genießen – und dies mit Betonwerkstein made in Germany; denn die großformatigen Betonwerksteine für die Pflanzbeete wurden aus hochwertigstem UHPC-Weißbeton auf Basis der DUCON-Technologie hergestellt. Und bei der 2015 in Abu Dhabi fertig gestellten Al-Aziz-Moschee sorgen 207 sandgestrahlte und nachts sehr effektvoll hinterleuchtete Fassadenplatten für eine besonders spektakuläre Lichtbetonfassade. Die massiven Betonplatten sind witterungsbeständig und halten problemlos den extremen Temperaturen stand, die in den Sommermonaten in den Vereinigten Arabischen Emiraten herrschen. Selbst gegen Sandstürme ist die Oberfläche resistent.

Hoher Bekanntheitsgrad bei Architekten und Planern

Die Tatsache, dass sich die ursprüngliche Mitgliederzahl von 65 auf heute 125 nahezu verdoppelt hat, zeigt eindrucksvoll, dass das in der Branche einmalige Netzwerk aus Grundstofflieferanten, Herstellern und Verarbeitern von Betonwerkstein eine Erfolgsstory ist – mit einem Bekanntheitsgrad, der bei Architekten und Planern bei über 50 Prozent liegt. Das von allen Beteiligten getragene Konzept der Info-b als neutrale Anlaufstelle für alle Fragen rund um Beton und Betonwerkstein und die über Jahrzehnte kontinuierlich betriebene Arbeit haben sich also bewährt und letztendlich auch ausgezahlt. „Wenn es die Info-b nicht gäbe - man müsste sie erfinden“, so formulierte es ein Festredner anlässlich des 25jährigen Jubiläums der Informationsgemeinschaft Betonwerkstein. Dem ist auch 15 Jahre danach nichts hinzuzufügen.

www.infob.de

Den vollständigen Beitrag finden Sie in der Ausgabe 03 / 2021
Ausgabe 01/17
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