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Bauen in Sichtbeton

Tagung in Wildegg

1805 fo wildeggAm 14. November 2018 veranstaltet das Forum für Wissenstransfer der Baubranche in Kooperation mit der Betonsuisse eine Tagung in Wildegg zum Thema „Bauen mit Sichtbeton“. Während Beton mit seiner Flächengestaltung vielfach zur zeitgemäßen Architektur beiträgt, fordert Sichtbeton zusätzlich noch die Wahl einer für die Gestaltung angemessenen Schalung oder Oberflächenbehandlung.

Qualitativ hochwertige Sichtbetonflächen entstehen nur, wenn fachgerechte Gestaltung, Planung, Baustofftechnik und Baubetrieb erfolgreich zusammenwirken. Die Veranstaltung stellt neben vielfältigen Beispielen moderner Sichtbetonbauten und gestalterischer Möglichkeiten wichtige zu beachtende Rahmenbedingungen beim Bauen mit Sichtbeton vor. So werden die materialtechnologischen Einflussfaktoren bei Sichtbeton und die bei der Ausschreibung zu beachtenden Punkte erläutert.
Weitere Informationen und Anmeldung unter www.bauundwissen.ch

Programm
Bauen in Sichtbeton am Beispiel des…
• ...Zölly, Zürich, Markus Peter
• ...Hunziker Areals, Haus G - „Roh = Fertig“, Martin Gutekunst
• ...Rifugio, Val Bregaglia, Andreas Ruch
• ...Galerie Halle, Männedorf, Florian Baier und Nina Baier-Bischofberger
• Ausschreibung und Beurteilung von Sichtbeton, Dr. Frank Jacobs
• Ausführungsbeispiele einer Unternehmung, Reto Hess
• Ästhetische Sichtbetonkosmetik, Samir Forster

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Künstlerische Betonmatrize

Fachgespräch an der ZHAW

1805 fo ZHAWDie Dauerausstellung Werkstückhalle in der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften zeigt Experimente sowie spezielle Anwendungen und Fügeprinzipien von Beton und Kunststein anhand großformatiger Baustellenmuster (MockUps) im Masstab 1 : 1 und dokumentiert den Herstellungsprozess. Betonsuisse unterstützt Dauerausstellung Werkstückhalle als Hauptsponsor. Die Sammlung wird laufend erweitert und jedes neue Werkstück mit einem Fachgespräch eingeführt. Am 13. November 2018 findet um 17.30 Uhr wieder so ein Fachgespräch zum Thema „Künstlerische Betonmatrize – Stadtmuseum Aarau“ statt (ZHAW, Eingang Halle 180, Tössfeldstrasse 11, 8401 Winterthur). Auf dem Programm stehen neben einem Film zum Thema auch ein Fachgespräch über das Gebäude von Diener & Diener Architekten Basel mit Martin Steinmann Aarau, Josef Felix Müller Künstler St. Gallen, Stüssi Betonvorfabrikation Dällikon, Ingold Modellbau Olten.

Weitere Informationen unter www.zhaw.ch/ike/wsh

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Betonpflasterbau

SLG-Fachtagung

Am 21. November 2018 findet die 4. SLG-Fachtagung Betonpflasterbauweisen in Kelsterbach statt. Zum ersten Mal ist die Veranstaltung auch für externe Teilnehmer offen.

Ein großer Teil kommunaler Verkehrsflächen, wie Fußgängerbereiche, Parkplätze und Straßen, wird heute mit Pflastersteinen und Platten aus Beton befestigt. Dazu kommen Nutzflächen im privaten Wohnumfeld, wie Einfahrten, Hofflächen, Gartenwege, Terrassen etc. Die ordnungsgemäße Planung und Ausführung der damit herzustellenden Flächenbefestigungen erfordert umfangreiche Fachkenntnisse und die Berücksichtigung der geltenden technischen Regeln. Seit mehr als 20 Jahren bündelt der in Bonn ansässige Betonverband Straße, Landschaft, Garten e. V. (SLG) das Know-How namhafter deutscher Hersteller von Betonprodukten für die Anwendung im Straßen- sowie im Gartenund Landschaftsbau. Eines der Kernziele des Betonverbands SLG besteht darin, sich für fachgerechte Planung und Ausführung von Flächenbefestigungen mit Pflasterdecken und Plattenbelägen aus Betonprodukten einzusetzen. Die SLG-Fachtagung soll dazu beitragen, Fehler in Planung und Ausführung zu vermeiden, und einen Überblick über bevorstehende Neuerungen und Änderungen im Regelwerk geben. Ergänzt wird das abwechslungsreiche Fachprogramm durch einen juristischen Beitrag, weil diese Themen zunehmend wichtiger werden, nicht zuletzt vor dem Hintergrund der gerade erfolgten Änderungen im Bauvertragsrecht. Die Fachtagung richtet sich an Straßenbauingenieure, Landschaftsarchitekten, planende und bauausführende Unternehmen im Garten-, Landschafts- und Straßenbau sowie an öffentliche und private Bauherren und an Sachverständige.

Weitere Informationen und Anmeldung unter www.betonstein.org

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Neue Farben und Texturen

Mehr Gestaltungsmöglichkeiten für Fassaden aus Glasfaserbeton

1805 fo glasfaserbetonAngepasst an aktuelle Trends und Entwicklungen bietet Rieder eine Reihe an zusätzlichen Verfahren zur Kreation von individuellen Gebäudehüllen. Das Material fibreC Glasfaserbeton bietet zahlreiche Möglichkeiten, die Platte zu bedrucken, Muster einzustrahlen, Ornamente oder Schriftzüge auszuschneiden oder eine reliefartige Oberfläche einzuarbeiten. In Zusammenarbeit mit Planern und Architekten wurden in diesem Jahr zwei neue Farbkollektionen und einige Sondertexturen entwickelt.

Inspiriert durch die traditionelle Bauweise mit Holz und Ziegel entstanden die neuen Farbkollektionen bricky und timber. Die Verwendung dieser Einfärbung der Glasfaserbeton-Platten ist revolutionär. Bei der Entwicklung wurden warme Farbtöne verwendet, angeregt durch die prächtige Farbenvielfalt der Natur. Die timber- Kollektion basiert auf ruhigen, geerdeten Brauntönen und ist an eine Holzoptik angelehnt. Sie bietet einen Mix aus ländlichem Stil mit skandinavischem Einschlag. Die bricky-Kollektion ist hingegen farbenfroh und lebendig. Die Grundlage bilden peppige, rote Farbtöne, welche an die Atmosphäre alter Backsteinhäuser erinnern. Die neuen Texturen verleihen jeder Fassade mehr Lebendigkeit und Tiefe. Durch die unterschiedlichen Strukturen entsteht ein spannendes Wechselspiel aus Licht und Schatten, welches sich je nach Betrachtungsweise verändert. Die neuen Texturen eröffnen Architekten mehr Spielraum und Platz für individuelle Ideen. Durch die verschiedenen Ausprägungen wird die Natürlichkeit des Werkstoffs Beton stärker hervorgehoben und das authentische Erscheinungsbild betont.

www.rieder.cc

 

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Planungshilfen

Konstruktionsdetails für Betonfassaden

Zwei weitere Planungshilfen stehen auf der FDB-Homepage den Planern kostenlos zur Verfügung: Konstruktionsdetails für die Stahlbeton Sandwichfassade (124 Details) und die großformatige Stahlbeton-Vorhangfassade (51 Details).

Die jeweiligen Konstruktionsdetails sind in Kategorien zusammengefasst und erleichtern so dem Planer das Auffinden der für seine Vorgaben passenden Detailzeichnung. Die Kategorien sind: Innenwand/Stütze-Außenwand, Dach-Innenwand, Dach-Außenwand, Bodenplatte-Außenwand, Anschlüsse Fenster/Tür, Anschlüsse Balkon, Loggia, Terrasse, Durchfahrt, auskragendes Geschoss, Kellerdecke-Außenwand, Geschossdecke-Außenwand und Außenwand- Ecken. Die Musterdetails wurden in den letzten Jahren von Arbeitsgruppen der FDB, die interdisziplinär aus Fertigteilherstellern, Planern und Befestigungstechnikern zusammengesetzt waren, entwickelt und zeigen praxisgerechte, baubare und wirtschaftliche Lösungen auf. Der Link neben jeder Detailzeichnung führt direkt zum ausgewählten Konstruktionsdetail im Planungsatlas Hochbau, der rund 1100 Konstruktionsanschlüsse und -zeichnungen, Datenblätter mit den energetisch relevanten Angaben, Ausschreibungstexte sowie Temperaturbilder und die für Wärmeschutznachweise notwendigen wärmeschutztechnischen Kennwerte vorhält. Die Nutzung des Planungsatlas im Hochbau www.planungsatlashochbau. de ist kostenlos. Er bietet verschiedene Hilfsmittel, um die Planer (Architekten und Ingenieure) zu unterstützen. Anhand der detaillierten Darstellung der Konstruktionen und der Ergebnisse der thermischen Berechnungen an Anschlussdetails in optischer und tabellarischer Form ist es dem Planer möglich, schnell und unkompliziert Detaillösungen zu finden sowie detaillierte energetische Nachweise im Sinne der EnEV durch die Angabe von ѱ-Werten zu führen. Eine Minimierung der Wärmeverluste kann so durch optimierte Detailanschlüsse bereits während der Planungsphase initiiert werden. Das Risiko von Schimmelpilzbildung kann durch den rechnerischen Nachweis verringert werden. Der Planer kann die Gleichwertigkeitsnachweise von Konstruktionen nach DIN4108 Beiblatt 2 führen.

Weitere zehn kostenlose Planungshilfen finden sich auf www.fdb-fertigteilbau.de

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Lichtspiele

Neues Diözesanarchiv des Bistums Aachen

1805 fo aachenAm 5. September wurde in Aachen das neue Diözesanarchiv des Bistums feierlich eröffnet. Der Ortbetonkubus wurde im Hauptschiff der früheren Kirche St. Paul in der Jakobstrasse integriert. Entworfen hat es die Bauabteilung des Bistums, die Ausführungsplanung erfolgte durch das Büro Schöps + Schlüter aus Münster. Vorgabe für die Umgestaltung von St. Paul und die Planungen für das neue Diözesanarchiv war es, so wenig wie möglich in die Bausubstanz des denkmalgeschützten Sakralgebäudes einzugreifen. Für die neue Wirkungsstätte des Diözesanarchives bietet die Haus-in-Haus-Konstruktion, ein Kubus aus Stahlbeton und Glas, beste Bedingungen für die Unterbringung der wertvollen Archivalien. Der dreigeschossige Körper, der in seiner Länge und Breite von 25 mal 11 Metern den Bereich des ehemaligen Mittelschiffes umfasst, beinhaltet auf zwei Geschossen Urkunden, Akten, Handschriften, Pläne, Fotos etc. und auch die Präsenzbibliothek des Bistums. Im dritten Geschoss befinden sich Büroräume und der Lesesaal.

Photo: Robert Mehl, FH Aachen

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Concrete Design Competition 2017/18

Vier Preise beim Studentenwettbewerb zum Thema Tacility

1804 fo concretedesignRekordbeteiligung beim Concrete Design Competition: In diesem Jahr haben knapp 150 Studierende von 40 deutschen Hochschulen am Wettbewerb zum Baustoff Beton teilgenommen. Insgesamt wurden über 100 Arbeiten zum Thema Tactility eingereicht – so viele wie noch nie seit Beginn der Auslobungen 2003. Nun vergab die Jury vier Preise und drei Anerkennungen an Studierende aus Berlin, München, Darmstadt und Halle.

Neben der hohen Beteiligung war besonders auch das thematische Spektrum der Beiträge bemerkenswert: „Studierende der Fachrichtungen Architektur, Innenarchitektur, Stadtplanung, Bauingenieurwesen, Produktdesign, Kunst, Bildhauerei und Modedesign haben sich für den diesjährigen Wettbewerb mit den gestalterischen Möglichkeiten von Beton auseinandergesetzt“, so Ulrich Nolting vom Informations- Zentrum Beton, welches den Concrete Design Competition in Deutschland jährlich auslobt. „Die Vielfalt und Qualität der eingereichten Arbeiten ist inspirierend und zeigt die stetige Weiterentwicklung des Baustoffs.“ In diesem Jahr haben knapp 150 Studierende von 40 deutschen Hochschulen am Wettbewerb zum Baustoff Beton teilgenommen. Insgesamt wurden über 100 Arbeiten zum Thema Tactility eingereicht – so viele wie noch nie seit Beginn der Auslobungen 2003. Nun vergab die Jury vier Preise und drei Anerkennungen an Studierende aus Berlin, München, Darmstadt und Halle. Neben der hohen Beteiligung war besonders auch das thematische Spektrum der Beiträge bemerkenswert: „Studierende der Fachrichtungen Architektur, Innenarchitektur, Stadtplanung, Bauingenieurwesen, Produktdesign, Kunst, Bildhauerei und Modedesign haben sich für den diesjährigen Wettbewerb mit den gestalterischen Möglichkeiten von Beton auseinandergesetzt“, so Ulrich Nolting vom InformationsZentrum Beton, welches den Concrete Design Competition in Deutschland jährlich auslobt. „Die Vielfalt und Qualität der eingereichten Arbeiten ist inspirierend und zeigt die stetige Weiterentwicklung des Baustoffs.“ Die Beiträge wurden bewertet von einer interdisziplinär besetzten Jury. Die Jury kürte vier Gewinner-Teams, die nun zur internationalen Concrete Design Masterclass mit den Preisträgern aller am Wettbewerb beteiligten Länder im September 2018 in Brüssel eingeladen werden. Einen der gleichrangigen Preise erhielt Hanna Albrecht von der TU München für ihren Entwurf eines integrativen Wohnprojekts für blinde und sehbehinderte Menschen. Auf Grundlage von Materialstudien mit Beton gestaltete sie Räume, Oberflächen und Details, die mit dem Tastsinn wahrgenommen werden können und die taktilen Qualitäten des Materials eindrucksvoll hervorheben. Leon Steffani und Florian Gick von der UdK Berlin überzeugten die Jury mit ihrem schlichten, einprägsamen Entwurf einer 24-Stunden- Bibliothek inmitten eines rauen Berliner Industriegebiets. Als Neuinterpretation des Shed-Dachs erinnert das weit gespannte, skulpturale Hallentragwerk aus vorgefertigten Betonelementen an klassische Industriearchitekturen und schafft gleichzeitig fast museal anmutende Räume. In einem kleineren Maßstab setzten Maja Tokarski und Nadim El Khorazaty von der TU Darmstadt das Wettbewerbsthema „Tactility“ um: Mit „Florid concrete“ entwickelten sie eine so einfache wie raffinierte textile Schalung für ein seriell einsetzbares Beton- Fassadenmodul mit komplexer, dreidimensional verflochtener Ornamentik. Die textile Haptik seiner Oberflächen lässt den Beton weich und stofflich, fast wie ein Polster erscheinen. Ein weiterer Preis ging an Anja Eilert von der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, die in der Studienrichtung Textildesign durch experimentelle Materialstudien neuartige Kombinationen von Beton und weiteren Werkstoffen wie Metallgeweben und Papier entwickelte. Diese heben die bekannten Charakteristika des Betons auf und lassen seine Schwere, Festigkeit und Massivität aufgehen in fragilen, feinen und transparenten „textilen“ Objekten. Drei Anerkennungen gingen an Mirco Wieneke von der TU Berlin für seinen Entwurf einer Kunstbibliothek in Zürich, an Jan Denis Schweizer und Sebastian Haberl von der TU München für ihre Arbeit „Kino“ sowie an Eunyoung Cho von der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle für „Hush Up“, die Gestaltung einer faszinierenden kleinen „Geheimdose“ aus Beton und Porzellan. Darüber hinaus vergab die Jury 10 Büchergutscheine an Studierende der Bauhaus-Universität Weimar, der HTWK Leipzig, der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg, der Akademie der Bildenden Künste München, der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, der RWTH Aachen, der Hochschule Düsseldorf, der TU Darmstadt, der TU Braunschweig und des Karlsruher Instituts für Technologie. Der Wettbewerb wird im September 2018 für das kommende Studienjahr erneut ausgelobt.

Weitere Informationen unter www.concretedesigncompetition.de

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Sinfonie der Fuge und Ballett der Roboter

Schweizer Betonforum zum Thema „Betonvorfabrikation – Bauweise der Zukunft“

1804 fo schweizerbetonforumJoseph Schwartz, ETH Zürich, eröffnete die Veranstaltung mit einem Einwand: „Vorfabrikation in Spannbeton ist eigentlich ein Widerspruch“. Mit der Entwicklung des Spannbetons war es möglich, monolithisch zu bauen und die Phase des Zusammensetzens auf der Baustelle zu überwinden. Denn gerade das Zusammensetzen vorgefertigter Betonbauteile auf der Baustelle brachte die Vorfabrikation in der Schweiz in Verruf. Probleme wie im Bereich von Arbeitsfugen wurden offensichtlich. Ein Blick auf Neubauten in den Nullerjahren lässt die Vorfabrikation in der Schweiz jedoch in völlig neuem Licht erscheinen. Dass das Schweizer Bauwesen unter Druck steht, Kosten sowie Termine die Spielräume verengen und die Branche zwingen, sich für interdisziplinäres Arbeiten zu öffnen und Innovationen nicht zu vernachlässigen, ist an sich nichts Neues. Vorgefertigte Betonbauteile wären eine Möglichkeit, dem entgegenzuwirken. Die Vorfabrikation mit den im Osten berüchtigten Plattenbauten stand lange Zeit für normierte Nachkriegsarchitektur. Mittlerweile erschließt sie ganz andere Bereiche und bietet ein riesiges Potential an Innovationen. Von einer „Sinfonie der Fuge“ sprach gar Bruno Krucker, Büro Krucker. Die Auseinandersetzung mit Ernst Göhner, dem Pionier Schweizer Plattenbauten, zeitigte beim Projekt Stöckenacker in Zürich, das 2002 realisiert wurde, einen beinahe leidenschaftlichen Umgang mit der Fuge. Hier dienen Fenster als Fugen, sichtbare vertikale Fugen gibt es keine. Die Ecken als einstige Plattenbau- Schwäche wurden durch eine Schale mit einer Wandstärke von acht Zentimeter homogenisiert. „Vorfabrikation braucht Ausnahmen“, sagte Krucker. Das Auge verlangt nach Unregelmäßigkeit. Gerade bei großen Wohnüberbauungen wie dem Triemli (2006 – 2011) in Zürich, muss ein Gebäude seine Schönheit im Alltag zeigen, durch organische Knicke, Schatten und Relief, „so wird es Teil der städtischen Umgebung“. An Betonfertigteilen führt kein Weg vorbei. „Wo Tempo und Kosten im Vordergrund stehen, hat konventionelles Bauen keine Chance“, sagte Thomas Lothenbach, Scheitlin Syfrig Architekten und verwies auf das Projekt Square One in Root, mit 14.000 qm Fläche: Baustart im Februar 2018, Mieterausbau im Juli 2019. Vier Unternehmen sind daran beteiligt. Die Baustelle bietet kaum Platz für Lager – was die Logistik auf der Baustelle zu einer besonderen Herausforderung macht. Ein weiteres Beispiel für Vorfabrikation als „sinequa- non“ ist das Roche Personalrestaurant in Rotkreuz, dessen Fassadenbild auf einer Molekülstruktur beruht. Dieses hätte sich ohne Vorfertigung nicht realisieren lassen. Fünf Elemente wurden jeweils zu einer Einheit zusammengefügt, auf der Baustelle aufgerichtet, kleinere Teile vor Ort betoniert und verbunden. Fassade und Tragstruktur sind identisch. Lothenbach sieht eine große Zukunft für die Vorfabrikation, denn „ihre Vorteile liegen in der Geschwindigkeit und der Maßhaltigkeit.“ Bei der Planung des Wohnhochhauses Zölly, Zürich, war Vorfabrikation nie ausgeschlossen, aber auch nur eine Möglichkeit unter mehreren. Erst nach der Baueingabe wurde die Elementbauweise festgelegt. Das Gebäude wurde ohne Gerüst in der Rekordzeit von sieben Tagen pro Geschoss errichtet. Im 24-Stunden-Betrieb plante das Team um Markus Peter, Meili, Peter & Partner Architekten, über 900 verschiedene Betonfertigteile für die tragende Fassade des Hochhauses. „Man muss die Spielräume kennen“, sagt Markus Peter, „unser Spielraum war das Relief.“ Aber mehr als 20 cm Tiefe war nicht möglich. Wie viel Relief braucht es, damit es seine Wirkung entfalten kann, wann klingen die Töne des Reliefs an? Peter setzte hierbei auf Mock-ups – und (s)ein geschultes Auge. Auch wenn Zeitdruck eine große Rolle spielt, „darf man keine Angst vor der Fassade haben“, betonte Markus Peter. Für die äußere Betonschale wurden als Zuschlag heller Sand und Marmor verwendet sowie die Oberfläche behandelt, um „nicht die Stimmung der 60er Jahre“ zu erwecken. Ernst Gisin, Stahlton Bauteile AG, mahnte die fehlende Innovationsdynamik der Schweizer Baubranche an: „Am Bau findet man immer einen, der es günstiger und schneller macht, das absorbiert Energie und neue Ideen bleiben auf der Strecke.“ Gisin sieht die Digitalisierung als Chance in der Vorfabrikation und verweist auf die Stahlton Bauteile AG. Das Unternehmen hat sich seit seiner Gründung im Jahr 1945 mittels Innovationen schon mehrmals neu erfunden. Dazu zählen die schlanken und leichten Bauteile für das Parkhaus Hoch-Ybrig und die Schrägkabelkonstruktion für das Olympia-Stadion in München. 1975 folgte der Einstieg in die Glasfaserbetontechnologie und 1984 die im Flachbettextrusionsverfahren hergestellten Glasfaserbetonprofile Ecomur sowie Ecomur flex, die heute in über 100 Rezepturen und in zehn Standardfarben angeboten werden. Was folgte, war die Produktion von großformatigen Fassadenbauteilen. Der nächste Innovationsschritt ist die Produktion beliebiger Formen durch Digitaldruck, an der die Stahlton zusammen mit der ETH Zürich dbt arbeitet. In dasselbe Horn stieß auch Konrad Graser, DFAB HOUSE, einer Initiative des nationalen Forschungsschwerpunkts (NFS) Digitale Fabrikation: „Beim Thema Ortbeton hat sich in den letzten 100 Jahren nicht viel geändert.“ Das NEST der Empa, eine Plattform für Innovation soll für Schub sorgen. Graber sieht zwei zentrale Herausforderungen: Die digitale Vor-Ort-Fabrikation mit dem komplexen Zusammenspiel von Mensch und Maschine und die maßgeschneiderte, digitale Vorfabrikation – gerne auch mit Beton. Schalungsfreies Bauen, Materialökonomie, neue Schaltechniken, geometrische Freiheiten oder Tragwerksoptimierung lauten weitere Spielfelder. Vor allem im Schalungsbau wird noch großer Aufwand mit hohen Kostenfolgen betrieben. Smart Slab ist eines der Felder, in dem sich Baustellenroboter beweisen müssen. David Fernández-Ordóñez, Fédération internationale du Béton (Fib), sieht die Zukunft ebenfalls in der Roboterisierung in der Produktion und in der BIM-Vernetzung (Building Information Modeling). Die Zukunft der Vorfabrikation liegt in der „Massen-Individualisierung“. Nicht die Technologie ist der limitierende Faktor, sondern das Design. Und seine Aufforderung gilt den Architekten, nämlich „ästhetische Gebäude zu entwerfen“. Die technischen Möglichkeiten sind für Fernández- Ordóñez noch lange nicht ausgeschöpft: Integration der Haustechnik, thermische Bauteilaktivierung, Energiesparen oder der Einsatz sehr tragfähiger Materialien wie Ultra High Performance Fibre Reinforced Concrete (UHPFRC) und UHPFRC mit Carbonbeton sind die nächsten Schritte in der Industrialisierung, an der Ingenieure und Architekten an der EPFL in Lausanne gemeinsam forschen. Und wenn sich Roboter und kollaborative Robotik auf den Baustellen erst einmal durchgesetzt haben, dann ist es auch nicht mehr allzu weit zu einem Ballett der Roboter.

Weitere Informationen zu den Referenten und Beiträgen in der Rubrik Events unter www.betonsuisse.ch

 

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Brückenbauer

Fritz-Leonhardt-Preis für Jürg Conzett

1804 fo leonhardtDer Schweizer Bauingenieur Jürg Conzett ist am 7. Juli für sein Lebenswerk mit dem Fritz-Leonhardt-Preis ausgezeichnet worden. Bekanntheit erlangte er mit seinen raffinierten Brücken, die sich harmonisch in Natur und Landschaft einfügen. Er ist der siebte Träger dieses Preises, der alle drei Jahre von der Ingenieurkammer Baden-Württemberg (INGWB) mit Unterstützung des Verbands Beratender Ingenieure (VBI) vergeben wird.

Kammerpräsident Prof. Dr.-Ing. Stephan Engelsmann betonte: „Jürg Conzett ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Bauingenieure, der in der internationalen Fachwelt höchstes Ansehen genießt. Ingenieurtechnische Aspekte und gestalterische Qualität verschränken sich in seinen Bauwerken auf eine selbstverständlich wirkende Weise. Er ist ein Tragwerksplaner von großer Raffinesse, dessen ungewöhnliche Konstruktionen ungemein geistreich und gleichzeitig unverwechselbar sind. Besonders bewundere ich seine Brückenbauten, die er harmonisch und präzise in ihre Umgebung einzufügen versteht.“ Das Werk von Dipl. Ing. ETH/SIA Jürg Conzett umfasst in erster Linie Objekte aus dem Brückenbau. Zu seinen bekanntesten und spektakulärsten Bauwerken gehören der Traversiner Steg, eine gewagte Hängebrücke in der Viamala-Schlucht, die sieben Brücken des Wanderwegs „Trutg dil Flem“ in Flims und die „Pardislabrücke“, eine Rad- und Fußgängerbrücke, die zwischen Chur und Haldenstein den Rhein überspannt. Im Hochbau sind insbesondere die Holzfachschule in Biel, die Instandsetzung und der Umbau von Kongresshaus und Tonhalle in Zürich und das Volta-Schulhaus in Basel zu nennen. Daneben veröffentlichte er verschiedene Publikationen, wie etwa den Kunstführer „Albulabahn“ und Fachbeiträge wie die „Wegleitung zur Gestaltung von Stützmauern“. Der Fritz-Leonhardt-Preis wird seit 1999 alle drei Jahre an herausragende Repräsentanten zeitgenössischer internationaler Ingenieurbaukunst vergeben. Namensgeber ist der weltweit renommierte Stuttgarter Bauingenieur Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. mult. Fritz Leonhardt (1909-1999; u.a. Fernsehturm Stuttgart). Die bisherigen Preisträger sind der französische Bauingenieur Michel Virlogeux (1999, Normandiebrücke), der Stuttgarter Professor Dr.- Ing. Dr.-Ing. E.h. mult. Jörg Schlaich (2002, filigrane Tragwerke) und der Baseler Professor Dr.-Ing. René Walther (2005, Schrägseilbrücken mit sehr schlanken Längsträgern), William F. Baker aus Chicago (2009, Wolkenkratzer wie Burj Khalifa, Dubai), Professor Baurat h.c. Dipl.-Ing. Dr. Alfred Pauser (2012, Donaustadtbrücke Wien) und Werner Sobek (2015, Papst-Altar Freiburg).

www.fritz-leonhardt-preis.de

 

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Deutscher Ingenieurbaupreis 2018

Testturm für Hochgeschwindigkeitsaufzüge in Rottweil gewinnt

1804 fo ingenieurbaupreisAm 13. Juni 2018 wählte die Jury unter Vorsitz der Hamburger Universitätsprofessorin Dr.-Ing. Annette Bögle das im November 2016 fertiggestellte Siegerprojekt aus. Die Planung stammt von Prof. Dr. Dr. E.h. Dr. h.c. Werner Sobek vom Ingenieurbüro Werner Sobek Stuttgart AG. Bauherr ist die ThyssenKrupp Business Service AG aus Essen. Der Deutsche Ingenieurbaupreis ist als Staatspreis der bedeutendste Preis für Bauingenieure in Deutschland.

Bundesbauminister Horst Seehofer: „Mit dem Deutschen Ingenieurbaupreis 2018 wollen wir die Aufmerksamkeit auf das hohe Niveau der Ingenieurbaukunst in Deutschland lenken. Der Testturm in Rottweil überzeugt eindrucksvoll durch seine innovative Fassade und Konstruktion. Wir zeichnen ein Hochleistungslabor aus, in dem ingenieurtechnische Entwicklungen für Wolkenkratzer weltweit getestet und zertifiziert werden. Mit der höchsten Besucherplattform Deutschlands begeistert das Ingenieurbauwerk zusätzlich als beeindruckendes Beispiel dafür, welchen Beitrag Ingenieurinnen und Ingenieuren für attraktive Städte und Gemeinden in unserem Land leisten.“ Präsident der Bundes-Ingenieurkammer Hans-Ullrich Kammeyer: „Das Siegerprojekt zeichnet sich dadurch aus, dass es innovative Ingenieurbaukunst auch der Öffentlichkeit zugänglich macht. Und genau das ist es, was wir mit dem Preis wollen: Beeindruckende Ingenieurleistungen erlebbar machen.“ Das große Spektrum und die hohe Qualität der für den Preis 2018 eingereichten Projekte beeindruckte die Jury. Neben Hochbau- und konstruktiven Ingenieurbauprojekten überzeugten auch Technologien zur Gewinnung neuer Bauprodukte und innovative Fertigungstechniken. Insgesamt wurden zwei Auszeichnungen mit jeweils 7.000 Euro Preisgeld sowie vier Anerkennungen mit je 4.000 Euro vergeben. Der Deutsche Ingenieurbaupreis wurde in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal in gemeinsamer Trägerschaft durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat und die Bundesingenieurkammer ausgelobt. Ausgezeichnet werden die Bauingenieure mit dem Geldpreis und einer Urkunde sowie die Bauherren mit einer Urkunde. Der Preis wird im Zweijahresrhythmus verliehen. Das Wettbewerbsverfahren wurde vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung durchgeführt. Die feierliche Verleihung des Preises findet am 27. November 2018 in der Staatsgalerie Stuttgart statt.

www.bingk.de

Deutscher Ingenieurbaupreis 2018 (30.000 Euro):
• Projekt: ThyssenKrupp Testturm in Rottweil Ingenieurbüro: Werner Sobek Stuttgart AG, Stuttgarto Bauherr: ThyssenKrupp Business Services GmbH, Essen

Auszeichnungen (7.000 Euro):
• Projekt: Straßenbrücke „Rotes Steigle“ über die A8 Ingenieurbüro: Schlaich Bergermann Partner, Stuttgart Bauherr: Regierungspräsidium Stuttgart
• Projekt: Salzlagerhalle Geislingen an der Steige Ingenieurbüro: Furche Geiger Zimmermann, Köngen Bauherr: Staatliches Hochbauamt Ulm

Anerkennungen (4.000 Euro):
• Projekt: Kraftwerk Lausward, Düsseldorf Ingenieurbüro: Bollinger+Grohmann Ingenieure, Frankfurt a.M. Bauherr: Stadtwerke Düsseldorf AG
• Projekt: Lahntalbrücke Limburg BAB A3 Köln – Frankfurt Ingenieurbüro: Konstruktionsgruppe Bauen AG, Kempten Bauherr: Hessen Mobil, Wiesbaden
• Projekt: Umbau Hauptbahnhof Chemnitz Ingenieurbüro: BuroHappold Engineering, Berlin Bauherr: Verkehrsverbund Mittelsachsen GmbH, Chemnitz
• Projekt: Nachhallgalerie in der Staatsoper Unter den Linden,Berlin Ingenieurbüro: Knippers Helbig Advanced Engineering, Stuttgart Bauherr: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen Berlin

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