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Meisterklasse

Bildband präsentiert aktuelle Meisterstücke junger Betonwerker

1802 fo Meisterklasse„MEISTERKLASSE.BETONWERKSTEIN. INFO“ – unter diesem Titel startete der Förderverein der Bundesfachschule für Betonwerker an der Ferdinand- von-Steinbeis-Schule in Ulm vor nunmehr 10 Jahren ein Buchprojekt, in dessen Mittelpunkt die Meisterstücke junger Betonwerker aus den letzten Jahren standen. Jetzt präsentiert der Förderverein seinen dritten Bildband, der neben den Meisterstücken aus den Jahren 2013 bis 2017 wiederum eine Reihe interessanter Beiträge zum Thema Betonwerkstein enthält, sowie Einblicke in die Berufsausbildung an der in Deutschland einzigartigen Ulmer Meisterschule gibt.

Die Ferdinand-von-Steinbeis-Schule für Betonwerker in Ulm ist die Schule, wenn es um eine qualifizierte und zeitgemäße Ausbildung von Betonfertigteilbauern und Betonstein- und Terrazzoherstellern geht. In dem Förderverein, der sich im Jahre 1991 speziell zur Unterstützung der Meisterausbildung konstituiert hat, engagieren sich neben ehemaligen Absolventen der Schule insbesondere Personen aus verschiedensten Firmen rund um die Beton- und Zementherstellung, sowie aus dem Verbandswesen. Sie unterstützen die Arbeit der Schule sowohl finanziell als auch durch die Bereitstellung von Baustoffen und Know-how. Mit dem vor zehn Jahren gestarteten Buchprojekt verfolgt der Förderverein gleich mehrere Ziele: Zum einen soll jungen, interessierten Menschen das Berufsbild des Betonfertigteilbauers und Betonstein- und Terrazzoherstellers nähergebracht werden. Zum anderen will die Publikation den Lesern vor Augen führen, wie facettenreich das Material Beton ist und wie breit seine Einsatzmöglichkeiten im und am Haus sind. Denn wie kaum ein anderer Werkstoff ermöglicht Betonwerkstein die Umsetzung origineller Ideen – zeitgemäß, individuell und stimmig. Mit neuen Produktentwicklungen konnte zudem die Leistungsfähigkeit moderner Betone nochmals signifikant gesteigert und dem Trend hin zu leichteren und schlankeren Betonbauteilen entsprochen werden. All dies schlägt sich auch in der Ausbildung an der Ulmer Meisterschule nieder und natürlich auch in den „Meisterstücken“ der jeweiligen Jahrgänge, von denen in der jetzt vorliegenden, dritten Ausgabe ausführlich diejenigen aus den Jahren 2013 bis 2017 gezeigt und beschrieben werden. Sie reichen von den unterschiedlichsten Betonmöbeln für Innen und Außen über Leuchten, Feuerstellen und Brunnen aller Art bis hin zu wahren Kunstobjekten. Meisterhafte Arbeiten, die zum einen das handwerkliche Können und die an der Schule geleistete Arbeit widerspiegeln, die zum anderen aber auch für nachfolgende Generationen den Zeitgeist und die Faszination des kreativen Gestaltens mit Beton, Betonwerkstein und Terrazzo – auch in Kombination mit anderen Materialen wie Holz, Stahl oder Glas – sichtbar machen. Das Buch eignet sich daher nicht nur zur Promotion des gestalteten Betons, sondern vor allem auch dazu, junge Menschen „Lust auf Beton“ zu machen und sie damit an den einzigartigen Beruf des Beton-werkers heranzuführen. So konnten in den letzten fünf Jahren in Ulm insgesamt 43 junge Meister erfolgreich ausgebildet werden. Darunter leider keine Frau – aber vielleicht kann ja der neue Bildband hier einen entsprechenden Ansporn geben. Der Buchtitel „MEISTERKLASSE. BETONWERKSTEIN.INFO“ ist zugleich die Internetadresse. Dort wird das Buchprojekt fortgeschrieben. Außerdem findet man auf der Homepage Hintergrundinformationen über die Ferdinand- von-Steinbeis-Schule, über den Förderverein und über die Sponsoren des Projekts. Zu letzteren zählen insgesamt 22 Industriepartner, die mit ihrem Anzeigenengagement das neue Buch möglich gemacht haben. Das Buch kann kostenlos bezogen werden beim Förderverein der Bundesfachschule für Betonwerker an der Ferdinand-von-Steinbeis- Schule e. V.

www.meisterschule-ulm.de

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Readymade Rasengitterstein

Fachgespräch in der Werkstückhalle

1802 fo Readymade RasengittersteinMit der Dauerausstellung Werkstückhalle wird die bestehende Materialsammlung der Züricher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW ergänzt und in ihrem Schwerpunkt Beton und Kunststein vertieft. Die Werkstückhalle zeigt Experimente sowie spezielle Anwendungen und Fügeprinzipien von Beton, Kunststein und hybriden Betonkonstruktionen anhand großformatiger Baustellenmuster (Mock-Ups) im Maßstab 1:1 und dokumentiert den Herstellungsprozess. Die Sammlung wird laufend erweitert und jedes neue Werkstück mit einem Fachgespräch eingeführt. Innovative Verfahren und Prototypen aus der Praxis werden so einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Als Drehscheibe fördert das Institut Konstruktives Entwerfen IKE – gemeinsam mit den Partnern BETONSUISSE und Material- Archiv – den Dialog zwischen Lehre, Forschung, Bauindustrie und Praxis gesucht werden. Am 22. Mai 2018 um 17.30 Uhr findet in der ZHAW, Eingang Halle 180, Tössfeldstrasse 11 in Winterthur solch ein Fachgespräch statt. Auf dem Programm steht diesmal: Readymade Rasengitterstein – Werkhof Kehlhof Zürich Wiedikon, GFA Gruppe für Architektur GmbH Zürich, Abraxas Naturstein AG Uerzlikon. Weitere Infos dazu unter

www.zhaw.ch/ike/wsh

 

 

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13. Concrete Student Trophy

Markthalle am Jakominiplatz in Graz

1802 fo 13 Concrete Student TrophyEine Interessensgemeinschaft bestehend aus der HABAU Hochund Tiefbaugesellschaft m.b.H., der PORR GesmbH, der Strabag AG, der iC consulenten Ziviltechniker GesmbH, der DOKA GmbH, dem Verband Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke (VÖB), dem Güteverband Transportbeton (GVTB) und der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie (VÖZ), unter der fachlichen Begleitung österreichischer Universitäten, vergibt 2018 zum dreizehnten Mal die Concrete Student Trophy. Der Preis wird für herausragende Projekte und Seminararbeiten vergeben, die interdisziplinär entwickelt wurden und bei deren Gestaltung und Konstruktion dem Werkstoff Beton eine wesentliche Rolle zukommt.

Die Wettbewerbsaufgabe für dieses Jahr lautet: Märkte generieren funktionsbedingt Lebendigkeit. Die Aufgabenstellung – Entwurf einer Markthalle am Grazer Jakominiplatz – nutzt dies und fragt nach Möglichkeiten, den Ort im Stadtgefüge neu zu denken. Als wesentliches Gestaltungselement fungiert dabei die Tragstruktur aus Beton. Gefordert sind folglich innovative und individuelle Lösungen zur Konstruktion und Materialität, die entscheidend zur Aufenthaltsqualität und Atmosphäre beitragen. Der Jakominiplatz ist einer der größten Plätze in Graz. Er liegt im Süden des ersten Stadtbezirks Innere Stadt und zählt neben dem Europaplatz beim Hauptbahnhof zu den zentralen Verkehrsknotenpunkten der Stadt. Alle Straßenbahnlinien, zehn Buslinien und zahlreiche Regionalbuslinien haben hier ihre Halte- und Umsteigepunkte. Die Abgabe der Arbeiten muss bis 3. Oktober 2018 bei Zement+ Beton in Wien oder am 5. Oktober 2018 in der TU Graz, Institut für Gebäudelehre, erfolgen. Die Preisverleihung findet dann am 22. November 2018 in der Aula der TU Graz statt. Alle weiteren allgemeinen Teilnahmebedingungen und technische Details finden sich auf der VÖZ-Website

www.zement.at

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Plotbot/Crawler

Kasseler Forschungsgruppe entwickelt Fassaden-Roboter

1802 fo Plotbot CrawlerDie Forschungsplattform BAU KUNST ERFINDEN der Universität Kassel hat einen Roboter zur Beschichtung und Sanierung von Gebäudefassaden entwickelt. Der sogenannte Plotbot/ Crawler dient vor allem dazu, den Solarstrom-Beton „DysCrete“, einen Baustoff, der zugleich eine Solarzelle ist, auf Fassaden aufzutragen und zu erneuern. Er wurde Februar auf dem Stand der Forschungsinitiative Zukunft Bau auf der Baufachmesse Bautec in Berlin vorgestellt.

 

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Nachklang

Beton.Kontexte 2.0 in Berlin

1802 fo nachklangMit großer Kraft zieht man am lamellierten Bügelgriff um die schwere Glastür zu öffnen. Von drinnen strömt einem sofort Wärme entgegen. Ein kleines Messingschälchen auf der Bar am Eingang blitzt unter dem Kronleuchter auf, der rote Teppich unter den Schuhen verlangsamt den Schritt. Alles atmet den Hauch von zeitloser Noblesse und anrüchiger Ästhetik. Der Saal ist in sphärischem Blau gehalten, Kerzen schmücken die schwarzen Holztische und auf der erhabenen Bühne steht allein, solide, verheißungsvoll: Ein Betonmischer.

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Baustücke

Ausstellung der Architekturminiaturen von Joachim Manz

1801 fo BaustueckeFantastische Strukturen, dreidimensionale Plastiken aus Beton, die die Spannung zwischen Material und Leere auszuloten suchen. Das ist das Oeuvre des Künstlers und Designers Joachim Manz aus Bremen. Seit über 25 Jahren entwirft und baut er Miniaturen im Grenzbereich zwischen Architektur und Skulptur. Die Raumgalerie in Stuttgart zeigt nun einen Querschnitt seines vielfältigen Werks, das auch den Architekturdiskurs neu anregt.

Bauliche Miniaturen meist aus Feinbeton, präsentiert auf Stahlständern, fremdartige, fantastische Raumstrukturen, formale Studien, die die Spannung zwischen Material und Leere ausloten, dann auch zweidimensionale Zeichnungen, schwarze Linie auf der Wand, die sich durch kinetische Energie in dreidimensionale Plastiken, zu Architektur verwandeln, oder auch skulpturale Interventionen im städti­schen Raum: Der Künstler und Designer Joachim Manz setzt sich seit über 25 Jahren mit den Grundsätzen von Architektur auseinander und transportiert sie in gebaute, „stille“ Kunstwerke, Miniaturen im Grenzbereich zwischen Architektur und Skulptur. Seine Werke sprechen eine strenge und schnörkellose Sprache, trotz oder gerade wegen der verwendeten Materialien. Joachim Manz verwendet Baustoffe, die man auch auf der Baustelle findet: Feinbeton, Glas, Ziegel und Fliesen, verarbeitet mit handwerklicher Perfektion und stets mit Liebe zum architektonischen Detail. Die Skulpturen leben durch spannungsreiche Zustände wie Schwere und Leichtigkeit oder auch Bewegung und Verharren. Ihren Platz finden sie auf Metallgestellen im Raum oder in der Wand, wo sie zunächst als zweidimensionale Zeichnungen und geheimnisvolle Schlitze die Neugierde des Betrachters anregen und zur Berührung verführen. Die Lichtskulpturen aus Manz’ Feder – hochwertige Leuchten, teils in limitierter Auflage – sind mittlerweile mehrfach preisgekrönt und erzeugen in anspruchsvollen Wohnräumen stille, poetische Lichtbilder. Die Ausstellung „Baustücke – Architekturminiaturen“ zeigt das vielfältige Werk des Künstlers und Designers Joachim Manz aus Bremen, der seit 1987 als freischaffender Künstler tätig ist und sich seitdem intensiv mit dem Grenzbereich zwischen Architektur und Kunst aus- einandersetzt. Seine bereits in zahlreichen Kunst, aber auch Architekturgalerien ausgestellten Beton-Miniaturen regen den Architekturdiskurs neu an und werfen grundsätzliche Fragen zu Raum, Form, Material und Licht auf. Manz’ stete Experimentierfreude und Enthusiasmus sind auch in seinen Leuchten zu finden. Sie sind Designprodukte mit hohem Gebrauchswert, deren Ursprung in der Architekturskulptur und -miniatur stets spürbar ist.

ARCHITEKTURMINIATUREN
Beton-Miniaturen und Leuchten Designs von Joachim Manz
Studio Achim Manz, Bremen
Ausstellung bis 17. März 2018:
Die Raumgalerie, Ludwigstraße 73, 70176 Stuttgart

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Förderpreis Beton 2018

Auslobung der CEMEX Deutschland AG

1801 fo foerderpreisBaupraktiker und Wissenschaftler sind aufgerufen, bis zum 30. April 2018 Arbeiten einzureichen, die zu Inno­vationen in der Betonbauweise beitragen. Der renommierte CEMEX Förderpreis Beton ist mit 10.000 Euro dotiert.

Die CEMEX Deutschland AG, Rüdersdorf bei Berlin, schreibt den Förderpreis Beton für das Jahr 2018 aus. Zur Teilnahme eingeladen sind Praktiker und Wissenschaftler in Bauunternehmen, in der Baustoffproduktion, in Forschungseinrichtungen, in Universitäten und in Materialprüfanstalten. Der Förderpreis Beton besteht seit mehr als drei Jahrzehnten. Er genießt ein hohes Ansehen und hat sich als die führende Auszeichnung in der Baustoffforschung etabliert. Mit der Stiftung des Preises will die CEMEX Deutschland AG die Entwicklung der Herstellung, Verarbeitung und Anwendung von Beton und Betonbauwerken vorantreiben. Die eingereichten Wettbewerbsbeiträge sollen Möglich-keiten zur Verbesserung der baustoff- spezifischen Eigenschaften, der Qualität, der Wirtschaftlichkeit, der Ökologie sowie der technologischen Aspekte von Beton und Betonbauwerken aufzeigen. Die Arbeit muss in deutscher oder englischer Sprache entstanden sein und der Fachöffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Sie sollte nicht älter als zwei Jahre sein. Beiträge von Professoren von Technischen Hochschulen, Universitäten und Fachhochschulen oder Arbeiten, bei denen diese als Mitautoren genannt werden, sind von der Teilnahme ausgeschlossen. In Ausnahmefällen behält sich der Ausrichter vor, den Preis zwischen zwei Preisträgern aufzuteilen. Die Entscheidung über die Vergabe des Preises trifft eine unabhängige Preisjury unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Rolf Breitenbücher, Ruhr-Universität Bochum. „Neben der Arbeit ist ein Konzept zur Umsetzung der wesentlichen Erkenntnisse in die Praxis einzureichen, welches das Produkt- und Leistungsprofil der CEMEX Deutschland AG berücksichtigt“, erklärt Peter Lyhs, Director Product Technology der CEMEX Deutschland AG. „Der Bewerber muss sich also nicht nur mit dem praktischen Nutzen seiner Arbeit auseinandersetzen, sondern auch mit dem auslobenden Unternehmen.“ Die Preisträgerin oder der Preisträger erhält die Gelegenheit, die prämierte Arbeit und das Konzept zur Umsetzung der Erkenntnisse im Rahmen von wissenschaftlich-tech- nischen Veranstaltungen der CEMEX Deutschland AG vorzustellen. Bewerbung und weitere Informationen unter 

www.cemex.de

 

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Innovative Dachkonstruktion

Neuartige Konstruktionsmethode besteht Praxistest

1801 fo ethMit neuartigen digitalen Planungs- und Herstellungsmethoden haben Wissenschaftler der ETH Zürich einen Prototyp für ein ultra-dünnes, geschwungenes Betondach gebaut. In diesem Jahr Jahr soll die Methode zum ersten Mal an einem echten Gebäude eingesetzt werden.

Wissenschaftler der ETH Zürich haben mit neuartigen Design- und Fabrikationsmethoden einen Prototyp für ein ultra-dünnes und stark gewelltes Betondach gebaut. Das Dach gehört zu einer innovativen Wohneinheit mit dem Namen HiLo, die nächstes Jahr auf dem Forschungsgebäude NEST der Empa und Eawag in Dübendorf errichtet werden soll. Nach der Fertigstellung sollen Gastforschende der Empa darin wohnen und arbeiten. Wissenschaftler um Philippe Block, Professor für Architektur und Tragwerk und Arno Schlüter, Professor für Architektur und Gebäudesysteme, wollen dort neue Leichtbauweisen erproben und sie mit intelligenten und adaptiven Gebäudesystemen kombi- nieren. Das selbsttragende und doppelt gekrümmte Schalendach besteht aus mehreren Schichten. Auf der inneren Betonlage kommen die Heiz- und Kühlschlangen zu liegen sowie eine Isolationsschicht. Gegen außen schließt eine weitere Betonschicht das Dach ab, auf welcher Dünnschicht-Solarzellen angebracht werden. Dank dieser Technologie und einer adaptiven Solar-Fassade soll die Wohneinheit dereinst mehr Energie generieren, als sie verbraucht. Im Masstab 1:1 erprobt Die Konstruktionsmethode für das Dach wurde von Forschern der Block Research Group unter der Leitung von Prof. Block und Dr. Tom Van Mele zusammen mit dem Architekturbüro supermanoeuvre entwickelt und an einem Prototyp im Maßstab 1:1 erprobt. Der Prototyp, der bereits wieder rückgebaut wurde, um zukünftigen Experimenten Platz zu machen, war siebeneinhalb Meter hoch und hatte eine Fläche von 162 Quadratmetern. Die Dicke des Betons variierte zwischen 3 Zentimetern an den Rändern des Dachs und 12 Zentimetern an den Auflageflächen. Anstatt auf herkömm- liche Schalungen aus Holz oder Kunststoff, setzten die Forscher auf ein Netz aus Stahlseil, das in einer Gerüstkonstruktion aufgespannt wird. Auf dieses Netz kommt ein Textil aus Polymer zu liegen, das dem Beton als Schalung dient. So können die Wissenschaftler nicht nur massiv Baumaterial sparen, sondern auch Lösungen für die wirtschaftliche Herstellung ganz neue Design-Formen bereitstellen. Ein weiterer Vorteil dieser Methode ist, dass bereits während des Betonieren des Dachs die Fläche darunter frei bleibt und somit Bauarbeiten im Gebäudeinnern zeitgleich stattfinden können. Algorithmen berechnen exakte Form Das Drahtseil-Netz ist so konzipiert, dass es unter dem Gewicht des nassen Betons die gewünschte Form annimmt. Dies gelingt dank einer Berechnungsmethode, die Block und seine Gruppe im Rahmen des Nationalen Forschungsschwerpunkts Digitale Fabrikation weiterentwickelt haben. Die Algorithmen sorgen dafür, dass sich die Kräfte in jedem einzelnen Stahlseil richtig verteilen und das Dach exakt die vorbestimmte Form annimmt. „Wenn wir die Geometrie richtig berechnen, dann gewinnen wir die Stabilität primär aus der Geometrie und nicht aus dem Baumaterial“, sagt Philippe Block. Das Kabelnetz wiegt nur 500 Kilogramm, das Textil 300 Kilogramm. Es handelt sich also um insgesamt nur 800 Kilo Material, die 20 Tonnen nassen Beton tragen. Der Bau des Dachs wäre ohne die Hilfe modernster Computer- und Herstellungstechniken nicht denkbar. Bauroboter kamen dennoch nicht zum Einsatz, stattdessen setzten die Wissenschaftler auf die Präzision und auf das Können von Handwerkerinnen und Handwerkern. Spezialisten der Firmen Bürgin Creations und Marti haben den Beton mit einer eigens dafür entwickelten Methode aufgespritzt. Sie mussten darauf achten, dass das Textil dem Druck jederzeit standhalten konnte. Gemeinsam mit Holcim Schweiz definierten die Wissenschaftler die richtige Betonmischung, die flüssig genug sein musste, um aufgespritzt werden zu können und zähflüssig genug, um auch an den vertikalen Stellen haften zu bleiben. Den Prototypen haben die Wissenschaftler um Block im Robotic Fabrication Lab der ETH Zürich innerhalb von sechs Monaten gebaut. Er stellt einen wichtigen Meilenstein für das Projekt dar. „Wir haben bewiesen, dass es möglich ist, ein leichtes und flexibles Schalungssystem für Beton zu bauen und dass komplexe Betonstrukturen ohne großen Materialaufwand möglich sind. In enger Zusammenarbeit mit den Unternehmen konnten wir zeigen, dass unser System auch auf der NEST- Baustelle funktionieren wird“, sagt Block. Vom Projektstart bis zum fertigen Prototypen dauerte es vier Jahre. Dies auch, weil Philippe Block die zahlreichen Industriepartner eng in die Entwicklung des Prototyps einbeziehen wollte. In diesem Jahr Jahr will Block das Dach in acht bis zehn Wochen auf dem NEST-Gebäude neu bauen. Die einzelnen Komponenten der Dachkonstruktion lassen sich beliebig oft wiederverwenden. Das Drahtseilnetz lässt sich in wenige Teile zerlegen, die innerhalb kurzer Zeit wieder zusammengefügt und neu aufgehängt werden können.

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Beton aus dem 3D-Drucker

Additive Fertigung erlaubt freie Gestaltung

1801 fo 3DTraditionell werden Bauteile aus Beton gegossen. Die dafür notwenige Verschalung begrenzt jedoch die Gestaltungsmöglichkeiten. Neue Freiheiten in der Formgebung ermöglicht der 3D-Druck. Forscherinnen und Forscher an der Technischen Univer-sität München (TUM) experimen- tieren mit verschiedenen Verfahren, unter anderem dem sogenannten selektiven Binden. Mit dieser Technik ist es jetzt erstmals gelungen, filigrane, bionische Strukturen aus echtem Beton zu drucken.

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Zertifizierte Nachhaltigkeit

Concrete Sustainability Council (CSC) startet in Deutschland

1801 fo cscBetonhersteller, Zementhersteller und Produzenten von Gesteinskörnung, die sich für nachhaltiges Wirtschaften engagieren, können sich ab sofort zertifizieren lassen. Erste Unternehmen durchlaufen bereits die Zertifizierung. Ziel ist die Berücksichtigung in Systemen zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Gebäuden, wie dem der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB).

Die Grundlage dazu bildet das Zertifizierungssystem des Concrete Sustaina-bility Council (CSC). Das CSC wurde von der „Nachhaltigkeitsinitiative Zement“ des „Weltwirtschaftsrats für Nachhaltige Entwicklung“ initiiert und wird getragen von einer wachsenden Anzahl von Mitgliedern. Dies sind Unternehmen, Verbände und Institute. Die weltweite Einführung des CSC-Zertifizierungssystems hat in den letzten Monaten begonnen. In Europa sind hier insbesondere Aktivitäten in den Niederlanden, Italien und der Türkei zu nennen, außerhalb Europas in Kanada. In den Niederlanden ist das Zertifizierungs- system bereits am weitesten etabliert. Rund 50 Werke wurden bereits zertifiziert. Der Bundesverband der Deutschen Transportbetonindustrie e. V. (BTB) hat die Rolle des „Regionalen Systembetreibers“ für Deutschland übernommen und wird das Zertifizierungssystem hierzulande organisieren, darüber informieren, beraten und schulen. Dr. Olaf Aßbrock, Hauptgeschäftsführer des BTB: „Das Zertifizierungssystem des Concrete Sustainability Council (CSC) bietet den Herstellern unserer Branche neue Chancen: Es fördert die Transparenz über den Herstellungsprozess von Beton und dessen Wertschöpfungskette sowie deren Auswirkungen auf das soziale und ökologische Umfeld." Der Wert des mit dem aus der Holz- und Papierindustrie bekannten „Forest Stewardship Council“ (FSC) vergleich- baren Systems ergibt sich insbesondere aus der geplanten Anerkennung durch internationale Systeme zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Gebäuden wie BREEAM, LEED und DGNB. Das CSC geht schon heute bei BREEAM und DGNB von einer Anerkennung auf vergleichbarem Niveau wie FSC aus. Die Zertifizierung erfolgt in den vier Katego­rien Ökonomie, Ökologie, dem sozialen Aspekt der Nachhaltigkeit sowie in der Kategorie Management. Zu denen vom CSC zugelassenen Zertifizierungs-Dienstleistern gehören in Deutschland SGS, Kiwa, TÜV Süd und der VDZ. Die Zertifikate gelten über einen Zeitraum von drei Jahren. Erste Unternehmen der Branche in Deutschland durchlaufen bereits den Zertifizierungsprozess. Ganz aktuell hat die Heidelberger Beton Kurpfalz GmbH & Co. KG als erstes Unternehmen in Deutschland den erfolgreich abgeschlossenen Zertifizierungsprozess bekannt gegeben. Weiterführende Informationen und Ansprechpartner unter

www.csc-zertifizierung.de
www.concretesustainabilitycouncil.org

 

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