forum

Denkanstöße für moderne Stadtplanung

Nachlese zum KANN-Dialog

1703 fo denkanstoeße fuer moderne stadtplanungDie Gestaltung des urbanen Raumes hängt nicht nur von der Ästhetik des Betrachters, sondern auch von ihrer Nutzung und dem Freizeitverhalten der Bürger ab. Doch wie sollen Plätze und Freiräume innerhalb von Städten in Zukunft aussehen; welchen Einfluss haben sie auf die Gesellschaft, Ökologie und Kultur? Mit diesen Themen befassten sich die Referenten und Zuhörer des KANN Dialogs, der am 30. März bereits seine vierte Auflage erlebte. Mit über 300 Teilnehmern war die Veranstaltung in Frankfurt am Main sehr gut besucht.

Lieblingsplätze zwischen Emotion und Funktion: Der Dialog profitierte insbesondere von den unterschiedlichen Referenten und deren Herangehensweise an die Themen. Es entwickelten sich lebendige Diskussionen zwischen den Rednern und dem Publikum. Insbesondere der Vortrag von Dipl.-Ing. Architekt Stefan Forster aus Frankfurt mit dem Thema „Architektur für den Lebensraum Stadt“ regte mit seinen zukunftsträchtigen Ideen und polarisierenden Sichtweisen die anwesenden Gäste zum Meinungsaustausch an. Einen spannenden Ansatz bot auch die Landschaftsarchitektin Prof.-Dr. Constanze Petrow, die durch die Konzeption des Parks Gleisdreieck in Berlin bekannt geworden ist. Anhand von 12 Leitgedanken thematisierte sie die Fragestellung, wie sich öffentliche Parks gleichzeitig innovativ und ästhetisch gestalten lassen und welche Möglichkeiten die Bürger durch eine lebendige Nutzung mit einbringen. Mit dem Themenkomplex zur sicheren Ableitung von Oberflächenwasser im Hoch- und Straßenbau stellte zudem Klaus W. König, Fachjournalist und Sachverständiger der Industrieund Handelskammer Bodensee Oberschwaben, einen technischen Sachverhalt in den Mittelpunkt, der einen wichtigen Part in jeder Planungsarbeit einnimmt. Interessante Perspektiven – nicht nur für Planer und Gestalter – boten auch die Ausführungen von Unternehmer Jochen Schweizer. Mit seiner Motivationsrede machte er Mut, persönliche Grenzen auszutesten und endlich „zu springen“. Mögliche Risiken immer wieder neu zu beurteilen und sich dann bewusst für oder gegen eine Herausforderung zu entscheiden – das kann der Schlüssel für den Erfolg oder Misserfolg einer Unternehmung sein. Anhand von Beispielen aus seinem eigenen beruflichen Werdegang untermauerte der Pionier des Extremsports und Stuntman den Erfolg seiner Philosophie. Einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Veranstaltung leistete neben den hochklassigen Referenten auch die besondere Atmosphäre des Veranstaltungsortes. Die Union-Halle bot mit ihrer ungewöhnlichen Architektur den passenden Rahmen für den gelungenen KANN-Dialog 2017.

www.kann.de

zurück

Großer BDA-Preis 2017

Peter Zumthor wird für sein Lebenswerk ausgezeichnet

1703 fo großer bda preis 2017Der Schweizer Architekt Peter Zumthor erhält den Großen BDAPreis 2017. Dies entschied eine siebenköpfige Jury unter dem Vorsitz des BDA-Präsidenten Heiner Farwick. Der Preis wird am diesjährigen BDA-Tag am 1. Juli 2017 in Münster verliehen.

Zur Begründung: Die Jury würdigt den Schweizer Architekten Peter Zumthor für sein herausragendes architektonisches Werk, das die Architektur wieder auf das „Urschaffen“ des Menschen zurückführt. Wie kaum ein zweiter zeitgenössischer Architekt steht er zeichenhaft für das, was Bauen und Behausen ursprünglich bedeutet. Seine konsequente Konzentration auf die Idee von Licht, Material und Raum und sein enormer Qualitätsanspruch im Detail geben seinem Werk eine zeitlose Gültigkeit. Als kompromisslose Künstlerpersönlichkeit macht sich Zumthor frei von äußeren Zwängen und setzt damit die vermeintlich alternativlosen Standards, Techniken und Abläufe des heutigen Baubetriebs für sich außer Kraft. Lieber verzichtet er auf ein Projekt, als ein klares Konzept aufzugeben. Das Wissen um dieses Beispiel stärkt auch allen anderen Architekten beim Streben nach Qualität den Rücken. Beispielhaft für diese architektonische Haltung, die das Ursprüngliche wieder in den Mittelpunkt rückt, stehen Bauten wie das Thermalbad in Vals, das Kunsthaus Bregenz oder das Diözesanmuseum Kolumba in Köln. Der Bund Deutscher Architekten BDA vergibt seit 50 Jahren den Großen BDAPreis für bedeutende Leistungen auf dem Gebiet der Architektur und des Städtebaus. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem Ludwig Mies van der Rohe (1966), Günter Behnisch (1972) und Oswald Mathias Ungers (1987). Zuletzt wurden Volker Staab (2011) und Axel Schultes (2014) ausgezeichnet. Der Große BDA-Preis 2017 wird anlässlich des 13. BDA-Tages am Samstag, 1. Juli 2017 in Münster an Peter Zumthor verliehen. Die Laudatio hält Prof. Werner Oechslin (Einsiedeln).

www.bda-bund.de

zurück

Architekturpreis Beton 2017

Auslobung

1702 fo architekturpreisDas InformationsZentrum Beton lobt in Kooperation mit dem Bund Deutscher Architekten BDA den Architekturpreis Beton 2017 aus. Als einer der ältesten und renommiertesten Architekturpreise in Deutschland wird er in diesem Jahr zum 20. Mal verliehen.

zum 20. Mal verliehen. Bereits seit 1974 zeichnet die deutsche Zement- und Betonindustrie herausragende Leistungen der Architektur und Ingenieurbaukunst aus, deren Qualität von den gestalterischen, konstruktiven und technologischen Möglichkeiten des Baustoffs Beton geprägt ist. Prämiert wurden unterschiedlichste Bauwerke wie Museen, Rathäuser, Bürobauten, Wohngebäude, aber auch Wasserkraftwerke, Fernsehtürme oder Fußgängerbrücken. So spiegelt der Architekturpreis Beton seit mehr als vier Jahrzehnten das Baugeschehen in Deutschland, inspiriert den Diskurs über gute Architektur und zeigt die gestalterischen Potenziale und vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten des weltweit am meisten genutzten Baustoffs.
Zum Architekturpreis Beton 2017 können seit 2014 in Deutschland fertiggestellte Projekte des Wohn-, Kultur- oder Verwaltungsbaus wie auch Industriebauten und Ingenieurbauwerke eingereicht werden. Darin eingeschlossen sind architektonisch wirksame Zu- und Umbauten zu bestehender Bausubstanz. Teilnahmeberechtigt sind Architekten, Ingenieure und Bauherren. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert und wird durch eine interdisziplinär besetzte Jury mit Mitgliedern aus den Bereichen Architektur, Bauingenieurwesen, Betontechnologie und Architekturkritik an einen oder mehrere Preisträger geteilt vergeben. Beurteilungskriterien sind neben der architektonischen und städtebaulichen Qualität der materialgerechte und innovative Einsatz des Baustoffs Beton, funktionale Aspekte und Nutzungsflexibilität sowie der Beitrag zum energieeffizienten und nachhaltigen Bauen oder zur Lösung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen. Einsendeschluss ist der 10. Mai 2017. Weitere Informationen zur Auslobung, Teilnahmebedingungen und -unterlagen unter

www.architekturpreis-beton.de

Beton in neuem Design: innovativ, formschön, funktional

Neue Info-b Broschüre aus der Reihe „Vielseitigkeit von Betonwerkstein“

1702 fo infobSeit vielen Jahren informiert die von der Informationsgemeinschaft Betonwerkstein e.V. - kurz „Info-b“ – herausgegebene Broschüren-Serie „Vielseitigkeit von Betonwerkstein“ über die vielfältigen Einsatzbereiche von Betonwerkstein. Die Themen reichen von „ Industrie-, Verwaltungsbau und öffentlicher Bau“ und „Schulen, Hochschulen und andere öffentliche Bauten“ über „Großformatplatten und Treppen“ bis hin zu den Bereichen „Denkmalschutz“, „Interior Design“ sowie „Betonfassaden“. Ganz neu ist eine Broschüre zum Thema „Beton in neuem Design: innovativ, formschön, funktional“, in der die neuesten Entwicklungen in der Betontechnologie nicht nur beschrieben, sondern auch besonders attraktiv in Szene gesetzt werden.

Mit seiner nahezu unbegrenzten Formbarkeit und Funktionalität bietet Beton alle Möglichkeiten kreativer und zugleich technisch anspruchsvoller Gestaltung. „Beton in neuem Design“ findet man daher in den unterschiedlichsten Anwendungen. So zeigt die neue Info-b Broschüre neben grazilen, leichten und funktionalen Innentreppen auch Stufenanlagen im Außenbereich, die dank moderner Betontechnologie jedem Wetter stand halten. Dass neben der Funktionalität Beton auch unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten erste Wahl sein kann – dies zeigt der Blick auf moderne Bodenbeläge im Außenbereich, die beispielsweise mit ihren photokatalytischen Effekten oder ihres Rückstrahlvermögens von Sonnenwärme ihren Beitrag für eine bessere Umwelt leisten. An der Fassade sind es heute vor allem die hochfesten Betone, mit denen sich die im Trend moderner, zeitgenössischer Architektur liegenden, filigranen und organischen Strukturen perfekt verwirklichen lassen. Aber auch Möbel aus Beton sind voll im Trend. Moderne, hochfeste Betone sorgen auch hier für perfekte Oberflächen und exakte Kanten. Zusammen mit reizvollen Accessoires verleihen sie einem Raum das gewisse Etwas. Und auch im Outdoor-Bereich ist Betonwerkstein so facettenreich wie der Baustoff selbst; denn das Multitalent Beton passt sich praktisch jeder Umgebung an.

Die neue Info-b Broschüre mit dem Titel „Beton in neuem Design: innovativ, formschön, funktional“ kann wie alle bisher in der Reihe „Vielseitigkeit von Betonwerkstein“ erschienenen Publikationen im Internet auf der Homepage der Info-b heruntergeladen werden. In gedruckter Form ist sie kostenlos erhältlich bei: Informationsgemeinschaft Betonwerkstein e.V., D-65203 Wiesbaden, Biebricher Str. 68, F +49 611 609092, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

www.info-b.de

Deutschen Brückenbaupreis 2018

Auslobung des neuen Wettbewerbs

1702 fo brueckenpreisDer Wettbewerb um den „Deutschen Brückenbaupreis 2018“ ist eröffnet. Die Bundesingenieurkammer und der Verband Beratender Ingenieure VBI haben die Auslobung gestartet. Erneut gesucht: Deutschlands beste Bauingenieurleistungen im Brückenbau.

Der 2006 von Bundesingenieurkammer und VBI ins Leben gerufene Deutsche Brückenbaupreis avancierte binnen weniger Jahre zu einer der bedeutendsten Auszeichnungen für Bauingenieure in Deutschland. 2018 wird der Preis erneut in den bewährten Wettbewerbskategorien „Straßen- und Eisenbahnbrücken“ sowie „Fuß- und Radwegbrücken“ an jeweils ein konstruktiv und ästhetisch besonders gelungenes Bauwerk vergeben. Dabei geht es nicht ausschließlich um innovative Großprojekte, auch herausragende Sanierungen und gelungene kleine „Schönheiten“ sind gefragt.
Eingereicht werden können Bauwerke, deren Fertigstellung, Umbau oder Instandsetzung zwischen dem 1. September 2014 und dem 1. September 2017 abgeschlossen worden ist. Einsendeschluss für die Wettbewerbsbeiträge ist am 16. September 2017. Die Ausschreibungsunterlagen zum Deutschen
Brückenbaupreis 2018 stehen zum Down­-load bereit unter

www.brueckenbaupreis.de

GVTB-Betonpreis

Pfarrgebäude in Kärnten erhält Auszeichnung für herausragende Bauwerke

1702 fo gvtbDer österreichische Güteverband Transportbeton, GVTB, verlieh bereits zum vierten Mal den GVTB-Betonpreis für herausragende Bauwerke, die in puncto Transportbetonqualität, Nachhaltigkeit, Ästhetik und Funktion beeindrucken und zukunftsweisend in ihrer Gesamterscheinung sind. Die Kriterien für die Entscheidung der Auszeichnungen waren Design-Originalität-Architektur, Funktionalität und Nachhaltigkeit. Die Jury hatte die Wahl der Qual und nach heftigen Dis­kussionen folgte ein klares Ergebnis: Ein Sieger und drei Anerkennungen.

Mit dem Projekt „Haus der Pfarren Glanhofen und St. Nikolai“ in Kärnten wurde ein einzigartiges Siegerprojekt gefunden: „Die Schlichtheit und Eleganz des kleinen Gebäudes zeigt die Idee eines angemessene Umgangs mit den Ressourcen Material und Raum, das sich zwei Gemeinden teilen. Die Schlichtheit und Zurückhaltung ist jedoch weit ab von Banalität. So geht von subtil gesetzten und sorgfältig gestalteten Verschneidungen in der Fassade eine Spannung aus, die auf die besondere Bedeutung des Gebäudes im Kontext mit der Kirche hinweist. Die Aufmerksamkeit des Besuchers wird zum Eingang und weiter auf den Durchtritt zum eigentlichen Zentrum der Kirchengemeinde gelenkt. Das Spiel von Licht und Schatten wird im Material selbst erkennbar aber auch im Zusammenwirken mit den verwendeten Holzelementen etwa am Eingang“, erläutert die Juryvorsitzende Renate Hammer vom Institute of Building Research & Innovation. Die Relation von Aufwand und Nutzen – einfach und ästhetisch – überzeugte zudem die Jury.


Nachhaltige Signale
Für Peter Neuhofer, Vorsitzender des Vorstandes des GVTB, ist das Siegerprojekt wie auch die drei Anerkennungen ein Zeichen für den steigenden Stellenwert des Themas Nachhaltigkeit: „Die Entscheidung für die Ausführung mit Transportbeton ist grundsätzlich eine nachhaltige und es freut mich besonders, dass ein ungewöhnliches Bauvorhaben, das Sichtbeton vorbildlich und in einer unaufgeregten Art und Weise eingesetzt hat, zum diesjährigen Siegerprojekt gekürt wurde. Auch der Verzicht auf zusätzliches architektonisches „Beiwerk“ finde ich gerade bei diesem Bau sehr gelungen – der Sichtbeton wirkt, ohne aufdringlich zu sein.“ Nach dem sorgfältigen Abwägen entlang der Kriterien für den Transportbetonpreis konnten zudem drei Anerkennungen vergeben werden: Für die Ortsplatzgestaltung Handenberg in Oberösterreich, für die Urnenanlage und Friedhofserweiterung in Pfons in Tirol und für das Bürogebäude „Püspök Windparkmanagement“ in Parndorf Burgenland.

www.gvtb.at

3D-Druck mit Beton

36. Kolloquium Forschung&Entwicklung für Zement und Beton in Wien

1701 fo 3DDruckMehr als 20 internationale und nationale Referenten aus Wissenschaft und Industrie stellten am 14. November 2016 in der Wirtschaftskammer Österreich, im Rahmen des 36. Kolloquiums Forschung&Entwicklung für Zement und Beton, ihre neuesten Ideen und Errungenschaften für die Bauwirtschaft vor. Die besondere Aufmerksamkeit der knapp 350 Teilnehmer galten den Themen zum 3D-Druck mit Beton. Das jährliche Kolloquium der österreichischen Zementindustrie zählt zu den wichtigsten Veranstaltungen der Baubranche.

www.zement.at

40 Jahre Info-b

Betonwerkstein im Wandel der Zeit

1701 fo infobIm vergangenen Jahr feierte die „Informationsgemeinschaft deutscher Betonwerkstein e.V.“ ihr 40jähriges Bestehen. Ein Blick auf die Historie der „Info-b“, wie sie kurz genannt wird, zeigt nicht nur die erfolgreiche Arbeit einer mittlerweile fest im Markt verankerten Institution, sondern auch die enormen Veränderungen, die sich beim Image und dem Einsatz von Betonwerkstein vollzogen haben.

Mit der Gründung der Info-b am 6. Februar 1976 in Wiesbaden entstand die erste Gemeinschaftswerbung für Betonerzeugnisse – zu einer Zeit, in der für die meisten Baustoffe Marketing noch ein Fremdwort war. In den zurückliegenden vier Jahrzehnten hat sich an den grundsätzlichen Zielen der Info-b nichts oder nur wenig geändert. Damals wie heute ging und geht es darum, die vielfältigen Vorteile des Betonwerksteins gegenüber Substituten wie etwa Naturstein oder Keramik deutlich zu machen und zu kommunizieren. Damals wie heute gilt es, sich den Herausforderungen des Marktes zu stellen und ihm neue Impulse zu verleihen. Im Fokus stand zunächst die zielgerichtete Kommunikation mit Planern und Architekten. Sie galt es umfassend zu informieren und von der Leistungsfähigkeit und Sicherheit qualitätsgeprüfter Betonprodukte zu überzeugen. Parallel dazu wurden vermehrt aber auch beim Endverbraucher Interesse und Begehrlichkeiten geweckt. Die Instrumente, derer man sich dazu bediente und immer noch bedient reichen von Öffentlichkeitsarbeit und Werbung über Fachpublikationen bis hin zur Teilnahme an regionalen und überregionalen Ausstellungen und Fachmessen. Heute spielen naturgemäß auch moderne Medien und Social Media wie die Homepage der Info-b mit ihrer Suchmaschine für Zulieferer sowie die informative Facebook-Seite der Gemeinschaft eine wichtige Rolle.

Imagewandel: Vom funktionalen Bauteil zum Gestaltungselement

Bei aller beschriebenen Kontinuität hat sich in den zurückliegenden 40 Jahren dennoch vieles verändert – man kann durchaus von einem Paradigmenwechsel sprechen. War es zu Beginn in erster Linie die Betonplatte im Innenbereich, die mit dem Begriff Betonwerkstein in Verbindung gebracht wurde, so ist Betonwerkstein heute grundsätzlich das Synonym für besonders gestaltete und innovative Betonerzeugnisse. Wo man früher Betonwerkstein als rein funktionales Bauteil sah, hat sich das Material heute zu einem ganz zentralen Gestaltungselement entwickelt. Nicht zuletzt dank neuer Herstelltechnologien wurde eine Vielzahl von Produkten kreiert, die speziell Architekten und Innenarchitekten von der gestalterischen Seite her ganz besonders ansprechen. Betonwerkstein kann heute nahezu überall eingesetzt werden, zum Beispiel bei Fassaden, extravaganten Innenbelägen, oberflächenbearbeiteten Pflastersteinen, überzeugenden Treppenanlagen oder dünnformatigen Wandfliesen. Oder, um es auf einen kurzen Nenner zu bringen: Betonwerkstein ist nach wie vor „das Schönste, was man aus Zement machen kann“. Im Betonwerkstein steckt aber immer noch jede Menge innovatives Potential in Bezug auf Gestaltung und Funktion. Dazu haben neben den bereits erwähnten neuen Herstelltechnologien natürlich auch die modernen Betonrezepturen beigetragen, die in vielen Bereichen zu einer signifikanten Qualitätsverbesserung geführt haben.

Betonwerkstein in der aktuellen Premium-Architektur

Bei dem enormen Imagewandel und der damit verbundenen ständig steigenden Wertschätzung des Betonwerksteins – speziell in Architektur und Innenarchitektur – verwundert es auch nicht, dass in den vergangenen Jahren der Betonwerkstein bei einer ganzen Reihe herausragender Bauprojekte Einzug in die aktuelle Premium-Architektur fand. Ganz aktuell beispielsweise beim Wiederaufbau des Berliner Schlosses zum künftigen Humboldt Forum. Nach dem Entwurf von Franco Stella wurden hier als Kontrapunkt zu den üppigen Barockfassaden mehrere Architekturbetonfassaden errichtet, die für einen spektakulären Raumeindruck sorgen. Genauer gesagt handelt es sich um „Feinbetonfassaden“ aus besonders hochwertigen, hellen Betonfertigteilen mit sehr fein gesäuerten Oberflächen. Spektakulär auch die aus fast 7.000 aufwändig hergestellten Betonwerksteinplatten bestehende Wandverkleidung in den sechs U-Bahnhöfen der neuen Wehrhahn-Linie in Düsseldorf – überwiegend Unikate in unterschiedlichen Formen und Formaten. Mit ihnen ist es den netzwerkarchitekten aus Darmstadt und der Künstlerin Heike Klussmann gelungen, die Verbindung von Architektur und Kunst im Stadtraum im wahrsten Sinne des Wortes „erfahrbar“ zu machen. Und am Münchner Königsplatz setzt das neugebaute NS-Dokumentationszentrum städtebaulich einen weithin sichtbaren Akzent. Realisiert wurde der „Weiße Würfel“ mit einer gelungenen Symbiose von Betonwerksteinelementen im Innenbereich sowie Betonfertigteilen und Ortbeton im Außenbereich. Aber nicht nur hierzulande, selbst im fernen New York findet Betonwerkstein aus deutscher Produktion seine Liebhaber. Mit dem Liberty Park am World Trade Center hat New York ein grünes Herzstück dazubekommen. Weil er erhöht liegt, können Besucher eine ungewöhnliche Stadtansicht genießen – und dies mit Betonwerkstein made in Germany; denn die großformatigen Betonwerksteine für die Pflanzbeete wurden aus hochwertigstem UHPC-Weißbeton auf Basis der DUCON-Technologie hergestellt. Und bei der 2015 in Abu Dhabi fertig gestellten Al-Aziz-Moschee sorgen 207 sandgestrahlte und nachts sehr effektvoll hinterleuchtete Fassadenplatten für eine besonders spektakuläre Lichtbetonfassade. Die massiven Betonplatten sind witterungsbeständig und halten problemlos den extremen Temperaturen stand, die in den Sommermonaten in den Vereinigten Arabischen Emiraten herrschen. Selbst gegen Sandstürme ist die Oberfläche resistent.

Hoher Bekanntheitsgrad bei Architekten und Planern

Die Tatsache, dass sich die ursprüngliche Mitgliederzahl von 65 auf heute 125 nahezu verdoppelt hat, zeigt eindrucksvoll, dass das in der Branche einmalige Netzwerk aus Grundstofflieferanten, Herstellern und Verarbeitern von Betonwerkstein eine Erfolgsstory ist – mit einem Bekanntheitsgrad, der bei Architekten und Planern bei über 50 Prozent liegt. Das von allen Beteiligten getragene Konzept der Info-b als neutrale Anlaufstelle für alle Fragen rund um Beton und Betonwerkstein und die über Jahrzehnte kontinuierlich betriebene Arbeit haben sich also bewährt und letztendlich auch ausgezahlt. „Wenn es die Info-b nicht gäbe - man müsste sie erfinden“, so formulierte es ein Festredner anlässlich des 25jährigen Jubiläums der Informationsgemeinschaft Betonwerkstein. Dem ist auch 15 Jahre danach nichts hinzuzufügen.

www.infob.de

Lieblingsplätze zwischen Emotion und Funktion

KANN Dialog 2017 in Frankfurt

Wie lässt sich städtischer Raum lebendig und lebenswert gestalten? Sind ästhetisch planerische Motive im öffentlichen Raum mit den vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten für die Bürger auf einen Nenner zu bringen? Diese Themen stehen unter anderem im Mittelpunkt des KANN Dialogs 2017, der am 30. März 2017 in der Union-Halle in Frankfurt am Main stattfindet.

Unter dem Motto „Emotion und Funktion – Was Menschen von moderner Stadtplanung erwarten“ stellen vier bekannte Referenten ihre Denk- und Arbeitsansätze vor. Klaus W. König, Fachjournalist und Sachverständiger der Industrie- und Handelskammer Bodensee Oberschwaben stellt die Richtlinien, Planungen und Möglichkeiten der sicheren Ableitung von Oberflächenwasser anhand herausragender Objekte vor. In seinem Vortrag „Architektur für den Lebensraum Stadt“ beantwortet Dipl.-Ing. Architekt Stefan Forster aus Frankfurt die Frage, wie man lebenswerte Wohnräume in der Stadt schafft. Mit 30 Projekten allein in der Main-Metropole kennt er sämtliche Facetten der Stadt. Im Anschluss beschäftigt sich Landschaftsarchitektin Dr. Constanze Petrow mit dem Thema „Parks als lebendige Orte entwerfen“, für das die Gestaltung des Parks Gleisdreieck in Berlin Pate steht. Zum Abschluss lädt der Unternehmer Jochen Schweizer – Pionier unter den Extremsportlern – dazu ein, Grenzen zu überschreiten, Ängste zu überwinden und in der Folge einen Mehrwert für Beruf und Privatleben zu gewinnen. Bestandteil des KANN Dialogs ist natürlich auch 2017 wieder ein besonderer Veranstaltungsort. Die Union-Halle, ein ehemaliges Malzlager der Union Brauerei Dortmund an der Hanauer Landstraße, überzeugt architektonisch durch ihre zwei Ebenen, die umlaufende Galerie sowie ein ausdrucksvolles Lichtkonzept.

KANN GmbH Baustoffwerke
www.kann.de/dialog

Schweizweit

Ausstellung im Schweizerischen ArchitekturMuseum in Basel

1701 fo schweizweitNach der erfolgreichen Eröffnung der Fassadeninstallation „Imagine la Suisse“ als Auftakt des neuen S AM Programms unter der Leitung von Direktor Andreas Ruby eröffnete das Schweizerische ArchitekturMuseum in Basel im November 2016 die Ausstellung „Schweizweit“.

Das Bild der Schweizer Architektur ist bis heute sehr stark von den 1990er Jahren geprägt, als sie schlagartig weltweites Renommee gewann und zum Vorzeigebeispiel des Minimalismus avancierte. Die Architekten, die damals für dieses ebenso reduzierte wie sublimierte Bauen standen - wie Herzog & de Meuron, Diener & Diener, Peter Zumthor, Peter Märkli etc. – stehen zumindest in der internationalen Wahrnehmung auch heute noch als pars pro toto für die Schweizer Architektur. Von den Architekten der nachfolgenden Generationen, die seitdem immer aktiver ins Geschehen eingreifen, hört man deutlich weniger. „Schweizweit“ macht sich auf die Suche nach den Architekturbüros, die seither nachgewachsen sind. Was und wo entwerfen und bauen sie und welche Inhalte und Themen sind für sie wichtig? Entstanden ist eine Topografie des architektonischen Arbeitens in der Schweiz. Die überraschende Vielfalt der präsentierten Positionen macht die positiven Potenziale für die Architektur sichtbar, die sich aus den kulturellen, historischen, sprachlichen und geografischen Differenzen, die dieses Land so stark charakterisieren, eröffnen.

Zusammengekommen ist eine Liste mit über 300 Namen, an die das S AM eine Einladung zur Mitarbeit mit drei Fragen gesendet hat. Als Antwort sollten sie jeweils ein Bild mit Bildunterschrift einreichen. 162 Architekturbüros haben zugesagt und uns ihre Antworten zugesandt, die anschließend im Dialog noch präzisiert wurden. Die ausgewählten Bilder sind so vielfältig wie die Reaktionen der Architektinnen und Architekten. Entstanden ist ein visueller Atlas der neueren  Architekturproduktion in der Schweiz. Die Ausstellung zeigt die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Themen, Inhalten und formalen Strategien, die Schweizer Architekten heute beschäftigen. Diese erste Ausstellung unter der Leitung von S AM-Direktor Andreas Ruby spiegelt seine Vision für das S AM wider: schwellenlos, zeitgenössisch, kollaborativ, schweizweit. Zukünftig werden Austausch und Diskurs, ob ausstellungsbegleitend oder thematisch unabhängig, eine ebenso wichtige Rolle spielen wie die Ausstellungen selber. Die Ausstellung in Basel ist noch bis zum 07. Mai 2017 zu sehen.

www.sam-basel.org