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Architekturpreis Beton 2017

Vier gleichrangige Preise und vier Anerkennungen

1705 fo architekturpreisbetonDer Architekturpreis Beton 2017 ist entschieden. Bereits zum 20. Mal werden die besten Betonbauten in Deutschland ausgezeichnet. Ausgelobt durch das InformationsZentrum Beton in Kooperation mit dem Bund Deutscher Architekten BDA, würdigt der Preis herausragende Leistungen der Architektur und Ingenieurbaukunst, deren Qualität von den gestalterischen, konstruktiven und technologischen Möglichkeiten des Baustoffs Beton geprägt ist. So spiegelt er seit mehr als vier Jahrzehnten das Bau- geschehen in Deutschland, inspiriert den Diskurs über gute Architektur und zeigt die gestalterischen Potenziale und vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten des weltweit am meis­ten genutzten Baustoffs.

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Ausgezeichnete Ideen aus Beton

Concrete Design Competition entschieden

1705 fo cdcDer Concrete Design Competition 2016/17 zum Thema SURFACE ist entschieden. In der 10. Runde des Studentenwettbewerbs zum Baustoff Beton hat die Jury drei Preise und drei Anerkennungen vergeben, die nach München, Dortmund, Karlsruhe und Berlin gingen. Die siegreichen Projekte setzten sich in einer Konkurrenz mit knapp 50 Einreichungen von Studierenden von 26 deutschen Hochschulen durch.

„Und erneut waren die Bandbreite und auch die Qualität der Projekte sehr groß“, so Ulrich Nolting vom Informations- Zentrum Beton, welches den Wettbewerb in Deutschland jährlich auslobt. „Es tut sich viel in der Weiterentwicklung von Beton und es ist auch in diesem Jahr wieder spannend zu sehen, wie offen die Studierenden mit den gestalterischen Möglichkeiten des Baustoffs umgehen, ihn untersuchen, nutzen und herausfordern.“ Die unabhängige Jury war interdisziplinär besetzt mit Prof. Mark Braun (Hochschule der Bildenden Künste Saar), Prof. Heike Hanada (FH Potsdam – Potsdam School of Architecture), Frank Kaltenbach (Redaktion DETAIL / Akademie der Bildenden Künste München), Prof. Harald Kloft (Technischen Universität Braunschweig), Prof. Ralf Pasel (Technische Universität Berlin) und Ulrich Nolting (Informa- tionsZentrum Beton). Die Jury kürte drei Gewinner-Teams, die nun zu einer Architekturreise nach Lissabon und Porto eingeladen werden. Einen der gleichrangigen Preise erhielten Carolin Blaim und Sandra Panzer von der TU München für ihren Entwurf eines in die Natur eingebetteten Werkstattgebäudes für eine Drechslerei im Berchtesgadener Land, der durch rostrot färbende Eisenoxidpigmente im Beton auf poetische Weise die Oberfläche und Alterung des Materials inszeniert. Mit einem außergewöhnlichen Umbau setzte auch Philipp Staab vom Karlsruher Institut für Technologie das Wettbewerbsthema „Surface“ um: Für das neue Schaulager des Südwestdeutschen Archivs für Architektur und Ingenieurbau SAAI implantierte er in einen historischen Gebäudekomplex auf dem Hochschulcampus drei neue Baukörper mit steil aufragenden Dächern, bei denen der Baustoff Beton durch glänzend polierte Oberflächen eine leichte, fast immaterielle Erscheinung bekommt. Ein weiterer Preis ging an Isabell Ruschmeier, Carina Hartmann und Lisa-Kathrin Frede von der TU Dortmund, die als interdisziplinäres Entwurfsteam der Studienfächer Architektur und Konstruktiver Ingenieurbau zum Wettbewerb angetreten waren. Sie ent- wickelten eine filigrane Konstruktion aus Textilbeton als seriell produzierbaren Witterungsschutz, der – Tragwerk und Hülle zugleich – die Leichtigkeit des Materials fast papierähnlich inszeniert. Drei Anerkennungen gingen an Maxie Schneider von der UdK Berlin für ihre experimentelle Arbeit „Pneu & Schale“, an Yannick Pickhard von der FH Dortmund für seinen Entwurf einer Synagoge auf der fiktiven „Piazza d’ltalia“ von Giorgio de Chirico sowie an Gintare Gajauskaite und David Rosenthal von der TU München für ein Werkstattgebäude aus Dämmbeton. Darüber hinaus vergab die Jury sechs Büchergutscheine an Studierende der TU Kaiserslautern, der Universität Stuttgart und der Hafen City Universität Hamburg. Der Wett- bewerb wird für das kommende Wintersemester 2017/18 erneut ausgelobt. Mit dem Thema TACTILITY werden Ideen und Entwürfe gesucht, welche die Haptik des Materials, die „Begreifbarkeit“ von Betonoberflächen und -formen als zentrale Gestaltqualität eines Gebäudes oder Objekts in den Fokus stellen. Weitere Informationen zum Wettbewerb unter

www.concretedesigncompetition.de

Faszination für das Bauen mit Beton

Verleihung des Architekturpreises Beton 17

1705 fo archpreisAm 17. August 2017 fand die Verleihung des Architekturpreises Beton 17 an der ETH Zürich statt. Gewinnerin des Wettbewerbs ist die Churer Architektin Angela Deuber mit ihrem Projekt Schulhaus Buechen. Je eine Auszeichnung erhalten Christ & Gantenbein für die Erweiterung des Landesmuseums Zürich, Meili & Peter Architekten für das Wohnhochhaus Zölly und Penzel Valier für die Sporthallen Weissenstein. Der Förderpreis für Jungarchitekten geht an das Atelier Scheidegger Keller für das Haus mit zwei Stützen.

Der Architekturpreis Beton wird seit 1977 im Rhythmus von vier Jahren verliehen. Sein Ziel ist es, hochstehende und inno-vative Betonarchitektur zu fördern. Vorbildliches Bauen mit Beton hat in der Schweiz Tradition. Die schweizerische Betonarchitektur genießt denn auch international einen außerordentlich guten Ruf. Die rekordhohe Zahl von 157 Eingaben zeugt davon, dass mit diesem Baustoff immer wieder Neues und Überraschendes hervorgebracht wird. Die eingereichten Projekte waren von beeindruckender Qualität und Vielfalt. Es war für die Jury eine anspruchsvolle Herausforderung, aus der Bandbreite an herausragenden Objekten die Auswahl der zu prämierenden Gebäude zu treffen. Die Jury suchte nach Bauten, die im Hinblick auf ihre Materialisierung, ihre konstruktive und strukturelle Durchbildung, ihre Form sowie die räumliche Wirkung eine hohe Eigenständigkeit aufweisen. Kurz: Bauten, die sich auf innovative Weise mit den heutigen Möglichkeiten des Betons auseinandersetzen. Besichtigungen vor Ort Die sechsköpfige Jury unter dem Vorsitz von Mike Guyer wählte nach intensiven Diskussionen 16 Bauten aus. Anhand dieser Shortlist reiste die Jury drei Tage lang quer durch die Schweiz und besichtigte die Gebäude. Dabei gaben die Architektinnen und Architekten – oft zusammen mit den beteiligten Bauingenieuren – vor Ort eine kurze Einführung und beantworteten Fragen der Jury. Dank diesem Vorgehen konnte der erste Eindruck, der durch die eingereichten Unterlagen gewonnen worden war, um weitere wichtige Aspekte vertieft und durch eigene Anschauung kritisch überprüft werden. Der Reisecar wurde zum fahrenden Büro der Jury, in dem zwischen den Besuchen intensiv über die einzelnen Gebäude gesprochen und laufend eine provisorische Einstufung vorgenommen wurde. Somit standen nach Abschluss der Reise die Preisträger und die Auszeichnungen fest. Preise und Auszeichnungen Der mit 50.000 Franken dotierte Architekturpreis Beton 17 geht an die Churerin Angela Deuber: Ihr Schulhaus in Buechen besticht durch einfache Regeln und gezielte Ausnahmen, die dem Gebäude im Zusammenspiel mit den tragenden Elementen und dem hervorragend verarbeiteten Sichtbeton eine beschwingte Leichtigkeit verleihen. Eine Auszeichnung erhielten Christ & Gantenbein, Basel, für die Erweiterung des Landes-museums Zürich, Meili & Peter Architekten, Zürich, für das Wohnhochhaus Zölly in Zürich und Penzel Valier, Zürich, für die Sporthallen Weissenstein in Bern. Bei der Erweiterung des Landesmuseums Zürich überzeugt besonders die spannungsreiche Raumsequenz über drei Etagen, deren Sichtbetonoberflächen in Kombination mit der bewegten Decken- und Wandabwicklung das architektonische Leitmotiv des Erweiterungsbaus bilden. Beton als vorherrschendes Material wird hier strukturell und hinsichtlich der Zusammensetzung innovativ eingesetzt. Das 77 Meter hohe Wohnhochhaus Zölly besticht insbesondere durch die äußerst differenzierte, plastisch durchgearbeitete Tektonik der tragenden Fassadenelemente in Beton-Sandwichkonstruktion. In Bern-Weissenstein erzeugen zwei gestapelte und gegeneinander gedrehte Sporthallen eine beeindruckende Raumsequenz mit eindrücklich großen Spannweiten und vermeintlich schwebenden Tragelementen. Dieses Jahr wurde zum zweiten Mal der Förderpreis in der Höhe von 10.000 Franken für Jungarchitekten vergeben. Gewinner ist das Atelier Scheidegger Keller, Zürich, das die Jury mit einem Haus mit zwei Stützen und einem Zeltdach in Beton überzeugte. Die Jury suchte nach besonderen Bauten aus Beton, im Hinblick auf Material, Konstruktion, Struktur und Form sowie in der räumlichen Wirkung. Sie wurde fündig: Davon zeugen die Preise und Auszeichnungen in hohem Maß. Sie fand Bauten, bei deren geistiger Konzeption ein gewisses Risiko eingegangen wurde, um neue, explizit auf das Material Beton bezogene Wege beschreiten zu können. Wanderausstellung und Buch Anlässlich der Preisverleihung wurde die Ausstellung zum Architekturpreis Beton 17 eröffnet, in welcher die fünf ausgezeichneten Gebäude und neu auch alle Projekte der engeren Wahl vorgestellt werden. Diese war bis Ende August in der Haupthalle der ETH Zürich zu sehen und „wandert“ nun durch zahlreiche Hochschulen und Architekturforen in der ganzen Schweiz. Gleichzeitig zur Ausstellungseröffnung erschien die gleichnamige Publikation, welche den Wettbewerb dokumentiert und die preisgekrönten Betonbauten in fundierten Texten, Fotoessays und Plänen auf über 164 Seiten und in drei Sprachen portraitiert.

 

Sapphire

Transportbeton für Libeskind-Bau in Berlin

1704 fo sapphireDie Geometrien der Fassade erinnern an einen Edelstein und geben ihm den Namen: In Berlin entstand das erste Wohnhaus nach Entwürfen des New Yorker Architekten Daniel Libeskind. Die CEMEX Deutschland AG lieferte den Transportbeton für das gestalterisch kühne Projekt.

Der nördliche Teil von Berlin Mitte gilt als Stadtteil mit großem Entwicklungspotenzial. Auch die Chausseestraße verändert ihr Gesicht: Hier befindet sich nicht nur die neue Zentrale des Bundesnachrichtendienstes, es tut sich auch etwas im Bereich Wohnbau, Hotels sind in Planung – und jetzt kommt noch ein architektonisches Highlight hinzu. An der Chausseestraße 43 wächst auf einer Fläche von 6000 Quadratmetern das „Sapphire“ in die Höhe. Das futuristische Gebäude ist das erste Wohnhaus nach Entwürfen des Studios Daniel Libeskind in Berlin – und es ist ein einzigartiges Statement zum modernen Wohnen, mit kühnen Ecken und scharfen Kanten, aber ohne 90°-Winkel. Libes kind greift in seinem Konzept die Rauheit, Direktheit und Widerstandsfähigkeit des Saphirs auf, die er auch als charakteristisch für Berlin und die Berliner ansieht. Der siebengeschossige Komplex beherbergt auf rund 10.000 Quadratmetern Fläche 78 Eigentumswohnungen mit zwei bis vier Zimmern, ebenerdige Gewerbeflächen und eine Tiefgarage beherbergen. Inzwischen sind die hochwertig ausgestatteten Appartement-Unikate mit 36 bis 169 Quadratmetern fast alle bezogen. Die Porr Deutschland GmbH, Zweigniederlassung Berlin, zeichnet für die schlüsselfertige Ausführung inklusive Ausführungsplanung verantwortlich. In ihrem Auftrag lieferte CEMEX Deutschland rund 5000 Kubikmeter Transportbeton für die Baustelle. „Hier kamen überwiegend Hochbausorten in Druckfestigkeiten von C25/30, C30/37 und C35/45 zum Einsatz“, erklärt Torsten Schiller vom Key Account Management der CEMEX Deutschland AG. „Wir haben aus den Werken Kreuzberg, Spandau und Hohenschönhausen geliefert, denn die Baustelle lag ungefähr in der Stadtmitte. Für die Bauausführenden war das Sapphire mit seinen außergewöhnlichen und stellenweise kleinteiligen Bauteilgeometrien natürlich eine gehobene Nummer. Wegen der Vielzahl kleiner Bauteile wurde auch der Beton für die Wände und Decken überwiegend per Kran und Kübel eingebaut.“ Das Sapphire ist nicht das erste Projekt nach Entwürfen des Studios Daniel Libeskind, an dem CEMEX in Deutschland beteiligt war: Für den spektakulären Gebäudekomplex „Kö-Bogen“ in der Düsseldorfer City produzierte eine Liefergemeinschaft unter der Führung der CEMEX Deutschland AG über 100.000 Kubikmeter Transportbeton.

www.cemex.de

 

Die Zukunft hat schon begonnen

Dyckerhoff Weiss Betonwerkstein-Tagung 2017

1704 fo die zukunft hat schon begonnenDie traditionelle Dyckerhoff Weiss Betonwerkstein-Tagung fand in diesem Jahr nicht wie üblich in Wiesbaden, sondern im rund 70 km entfernten Bensheim an der Bergstraße statt. Damit war man bereits ganz in der Nähe des Steinbruchs der Firma Röhrig Granit im benachbarten Heppenheim, bei dessen Besuch die Tagungsteilnehmer nicht nur alles über den dortigen Granitabbau erfuhren, sondern auch live eine Sprengung erleben konnten.

www.dyckerhoff-weiss.de

80 Brücken für Berlin

6. Internationalen Fußgängerbrücken-Konferenz im September in Berlin

Sind Städte wie Paris, London und Venedig auch für ihre Fußgängerbrücken berühmt, hat Berlin diesbezüglich wenig zu bieten. Deshalb startete TU-Professor Dr. Mike Schlaich anlässlich der „6th International Footbridge Conference“ vom 6. Bis 8. September 2017 an der TU Berlin weltweit einen Aufruf unter Bauingenieuren, Architekten, Künstlern, Landschaftsplanern und Lichtdesignern. Er bat sie, eine Brücke für Berlin zu entwerfen. 80 Entwürfe für sechs Berliner Standorte sind eingegangen und werden auf der Konferenz erstmals präsentiert.

Im Vorfeld der Tagung hatte Prof. Dr. Mike Schlaich, Leiter des Fachgebietes Entwerfen und Konstruieren – Massivbau, bei der Senatsbauverwaltung angefragt, Orte zu nennen, an denen eine Fußgängerbrücke in Berlin nötig oder wünschenswert wäre. Sechs Standorte identifizierte die Behörde, an denen sich schon einmal Fußgängerbrücken befanden, die aber zerstört worden waren, oder an denen eine Brücke aufgrund zukünftiger Stadtplanungen neu wäre. Mike Schlaich beschreitet mit dieser 6. Fußgängerbrücken-Konferenz im internationalen Konferenzgeschehen neue Wege. Neu ist nicht nur, dass eigens für diese Tagung Brücken entworfen wurden, neu ist auch, dass Schlaich seine Kolleginnen und Kollegen bat, die Vorträge nicht als bloße Abfolge technischer Parameter anzulegen, sondern zu erzählen, warum sie eine Brücke so gebaut beziehungsweise entworfen haben, welche Idee dahinter steht, in welcher Tradition sie sich begreifen, von wem oder wovon sie inspiriert sind, warum diese Form, dieses Material eingesetzt wurde oder werden soll. „Im Vergleich zu den bisherigen Fußgängerbrücken-Konferenzen in Paris, Venedig, Porto, Warschau und London ist das eine andere Herangehensweise“, sagt Mike Schlaich. „Wenn wir Bauingenieure einen Vortrag halten, dann geht es oft nur um technische Parameter. Aber ich möchte eine andere Debattenkultur anstoßen. Ich möchte, dass Bauingenieure sich bewusst werden, welch großen Beitrag sie zur Baukultur leisten.“ Die Konferenz trägt deshalb auch den Untertitel „Tell a story“. Dieser Versuch, eine andere Kultur zu etablieren, kommt nicht von ungefähr. Wenn man einen Bauherrn gewinnen wolle, seine Brücke zu bauen, dann könne man nicht nur mit Zahlen hantieren. Da brauche man eine überzeugende Geschichte, die die Brücke besonders mache, sie von anderen abhebe, so Mike Schlaich, der schon viele Brücken entworfen und gebaut hat und Preise dafür bekam. Neben diesen beiden neuen Elementen werden aber auch – ganz klassisch – wissenschaftliche Vorträge auf höchstem Niveau gehalten, die sich mit dem gravierenden Problem der Schwingung von Fußgängerbrücken beschäftigen und innovative Erkenntnisse vermitteln. Zur Konferenz im September wird im Jovis- Verlag ein Buch erscheinen, in dem alle 80 Brückenentwürfe für Berlin publiziert werden. Der Band wird an diese Konferenz der etwas anderen Art erinnern und gleichzeig ein einzigartiges Dokument sein über den jetzigen Wissensstand zu Fußgängerbücken am Beginn des 21. Jahrhunderts. Mehr zur Konferenz, zum Programm und zur Anmeldung unter

www.footbridge2017.com

 

Brückenkunst

Imposantes Lichtspektakel an der Hochmoselbrücke

1704 fo brueckenkunstNur wenige Monate vor Fertigstellung hat Deutschlands größte Brückenbaustelle ein Spektakel der besonderen Art erlebt: Pfeiler Nummer 4 der Hochmoselbrücke in Zeltingen-Rachtig wurde am Abend des 23. Mai zum Kunstobjekt. Der Künstler R.O. Schabbach verwandelte den gut 150 Meter hohen grauen Betonpfeiler in ein farbenfrohes Lichtkunstmonument. Der im Hunsrück ansässige Schabbach sah diese Aktion einerseits als Dank für den ihm verliehenen „Kulturpreis Bernkastel-Wittlich" und wollte gleichzeitig nochmals für die Idee werben, das Brückenbauwerk durch eine tägliche Illuminierung zum Touristenmagneten werden zu lassen.

Stadt an den Fluss

Sitzgelegenheiten aus Beton für die Aktion „NeckarOrte“

1704 fo stadt an den flussDer Neckar schenkt der Stadt Heidelberg einen Großteil ihrer Identität. 25 Kilometer Flussufer bieten eigentlich viele Möglichkeiten, den Neckar direkt zu erleben. Doch bisher sind viele Uferorte aus unterschiedlichen Gründen gar nicht zugänglich. Das Stadtleben findet größtenteils abseits des Flusses statt. Um das zu ändern, wurde 2016 von der Architektenkammergruppe Heidelberg in Kooperation mit der Stadt Heidelberg das Projekt „NECKARORTE“ ins Leben gerufen. Unterstützt wird die Aktion unter anderem auch von der Heidelberg-Cement AG.

Die Aktion lief so erfolgreich, dass sich Anfang 2017 der Verein NECKARORTE e.V. gegründet hat. Das Ziel der „Neckar-Orte“: In enger Abstimmung mit der Stadt Heidelberg sollen bisher ungenutzte Orte am Neckar ausfindig und für den Alltag der Bürger zugänglich gemacht werden. „Dafür haben wir 2016 zunächst vier eher unbekannte Uferbereiche mit Entwicklungspotenzial ausgesucht, die im Alltagsbewusstsein der Bürgerinnen und Bürger verschwunden waren und die Bürger im Rahmen von Workshops befragt, was sie sich dort alles vorstellen können“, erklärt Dirk Rulffes, Architekt und Vereinsvorsitzender. „Jetzt bespielen wir die Orte mit vielfältigen Aktionen und bringen sie so mehr und mehr ins Alltagsbewusstsein der Bevölkerung, die diese Freiflächen bereits zunehmend nutzen und annehmen. Die Stadt Heidelberg hat im Rahmen des Projekts Stadt an den Fluss bereits eine eigene Stabsstelle eingerichtet um diese positive Entwicklung voranzutreiben.“ Um verlorene Orte wieder mehr ins Bewusstsein zu heben, sind Sitzgelegenheiten ein guter Anker. So wurde ganz am Anfang des Projekts die Idee geboren, an jedem der vier ausgewählten Neckar- Orte“ einen sogenannten Grundstein als Sitzbank zu platzieren. Es sollte eine Form sein, die es am Neckar schon an der Alten Brücke am Nordufer aus Sandstein gibt, nur in anderem Material. Da auch Hocker in freier Form aufgestellt werden sollten, war die Wahl des Baustoffs schnell klar: „Wir Architekten lieben ja die Formenvielfalt von Beton und wollten durch die Formensprache auch das Temporäre und Experimentelle der Aktion ausdrücken“, so Dirk Rulffes. Die vier jeweils zwei Meter langen und 60 Zentimeter hohen Sitzbänke wiegen je 1,6 Tonnen und sind am eingelassenen „NeckarOrte“- Logo zu erkennen. Produziert wurden die Blöcke von der Lithonplus GmbH, einem Joint Venture von HeidelbergCement. Frank Becker, Bereichsleiter Sonderteilebau bei der Lithonplus GmbH: „Für das Logo haben wir eine Prototyp Strukturmatrize aus strapazierfähigem PVC verwendet, die mit einer CAD Laserschnitttechnik produziert wurde. Dieses relativ neue Verfahren haben wir für das Projekt das erste Mal erfolgreich angewendet.“ Zusätzlich wurden von den Architekten eigenhändig 100 mobile Betonhocker gegossen, für welche die Heidelberger Beton Kurpfalz GmbH den Beton geliefert und vor Ort in kunstvoller Präzisionsarbeit in die Miniaturschalungen gefüllt hat. Mit den Hockern können Besucher ihren eigenen Lieblingsplatz besetzen oder diesen auch zu einem anderen „NeckarOrt“ mitnehmen. Das Projekt wird von den Heidelbergern begeistert aufgenommen. „Es zeigt sich, dass durch die Veränderung von Plätzen die Alltagswahrnehmung verändert wird“, zeigt sich Rulffes zufrieden. Die große Vision: In ein paar Jahren sind die NckarOrte in Form eines Panoramawegs fußläufig zu entdecken.

www.neckarorte-heidelberg.de
www.heidelbergcement.com

Dear to Me

Zumthor-Ausstellung im Kunsthaus Bregenz

1704 fo dear to meIm Rahmen der Jubiläumsfeiern zum 20-jährigen Bestehen des Kunsthaus Bregenz eröffnet im September eine
Ausstellung von und über Peter Zumthor, dem Architekten des KUB. Und dazu lädt der Meister selbst ein:

„Das Leben ist zu kurz. Es gibt so viele Dinge, die ich erlebt habe, getan habe, aber unendlich groß ist die Anzahl der Dinge, die ich noch erleben und verstehen möchte. Es gibt so vieles, was mir lieb ist, aber ich bin sicher, dass es viele Dinge gibt, die mir auch lieb wären, wenn ich sie denn nur kennen würde. Die Einladung, das Kunsthaus Bregenz zu bespielen, gibt mir Gelegenheit, Träume dieser Art wahr werden zu lassen und diese mit allen Besucherinnen und Besuchern des Kunsthauses zu teilen. „Dear to Me“, unter diesem Titel richte ich mit meiner Familie und meinen Freunden, mit der Literaturwissenschaftlerin Brigitte Labs-Ehlert und dem Musiker Peter Conradin Zumthor, unterstützt von der fabelhaften Crew des Kunsthauses, vom September 2017 bis in den Januar 2018 ein großes Fest der Künste aus, zu dem alle eingeladen sind. Konzerte, Lesungen und Gespräche, etwa 60 Veranstaltungen insgesamt, hochkarätig, anspruchsvoll, überraschend, lustvoll, spielerisch, versponnen, volkstümlich, ausgelassen. Die Anlässe beginnen in der Regel donnerstagabends und enden am Sonntag. Im Rahmen einer kleinen Gesprächsreihe spreche ich am Sonntagmorgen in loser Folge mit Künstlerinnen und Künstlern über ihre Kunst. Dazu werde ich Komponistinnen, Musiker, Schriftstellerinnen, Philosophen, Naturwissenschaftler, Kunsthandwerkerinnen und Handwerker einladen. Um diesen Veranstaltungen einen stimmungsvollen Rahmen zu geben, wird im Kunsthaus Bregenz ein Foyer mit Bühne, Bar und vielen Sitzgelegenheiten eingerichtet. Auf Flachbildschirmen ist hier eine biografische Collage über meine Arbeit, zusammengestellt vom Filmemacher Christoph Schaub, zu sehen. In den oberen Geschossen können die Anlässe in einer gut 40.000 Bände umfassenden Privatbibliothek, im Garten der Künstler Gerda Steiner und Jörg Lenzlinger – sie bespielen das oberste Geschoss des Hauses – oder in einem nahezu leer belassenen Stockwerk stattfinden. In diesem Geschoss werden Hélène Binets noch nie zuvor in dieser Form ausgestellten Schwarz-Weiß Fotografien der gepflasterten Wege auf der Akropolis von Dimitri Pikionis gezeigt. In der Mitte des Raumes steht eine Musikinstallation für Lochkarte und Spieluhr. Es erklingt eine speziell für die Ausstellung komponierte Musik von Olga Neuwirth. Ich freue mich darauf.“ Peter Zumthor

Die Ausstellung „Dear to Me“ mit vielen Aktionen ist vom 16.09.17 bis zum 07.01.2018 im Kunsthaus Bregenz zu sehen.
www.kunsthaus-bregenz.at

Denkanstöße für moderne Stadtplanung

Nachlese zum KANN-Dialog

1703 fo denkanstoeße fuer moderne stadtplanungDie Gestaltung des urbanen Raumes hängt nicht nur von der Ästhetik des Betrachters, sondern auch von ihrer Nutzung und dem Freizeitverhalten der Bürger ab. Doch wie sollen Plätze und Freiräume innerhalb von Städten in Zukunft aussehen; welchen Einfluss haben sie auf die Gesellschaft, Ökologie und Kultur? Mit diesen Themen befassten sich die Referenten und Zuhörer des KANN Dialogs, der am 30. März bereits seine vierte Auflage erlebte. Mit über 300 Teilnehmern war die Veranstaltung in Frankfurt am Main sehr gut besucht.

Lieblingsplätze zwischen Emotion und Funktion: Der Dialog profitierte insbesondere von den unterschiedlichen Referenten und deren Herangehensweise an die Themen. Es entwickelten sich lebendige Diskussionen zwischen den Rednern und dem Publikum. Insbesondere der Vortrag von Dipl.-Ing. Architekt Stefan Forster aus Frankfurt mit dem Thema „Architektur für den Lebensraum Stadt“ regte mit seinen zukunftsträchtigen Ideen und polarisierenden Sichtweisen die anwesenden Gäste zum Meinungsaustausch an. Einen spannenden Ansatz bot auch die Landschaftsarchitektin Prof.-Dr. Constanze Petrow, die durch die Konzeption des Parks Gleisdreieck in Berlin bekannt geworden ist. Anhand von 12 Leitgedanken thematisierte sie die Fragestellung, wie sich öffentliche Parks gleichzeitig innovativ und ästhetisch gestalten lassen und welche Möglichkeiten die Bürger durch eine lebendige Nutzung mit einbringen. Mit dem Themenkomplex zur sicheren Ableitung von Oberflächenwasser im Hoch- und Straßenbau stellte zudem Klaus W. König, Fachjournalist und Sachverständiger der Industrieund Handelskammer Bodensee Oberschwaben, einen technischen Sachverhalt in den Mittelpunkt, der einen wichtigen Part in jeder Planungsarbeit einnimmt. Interessante Perspektiven – nicht nur für Planer und Gestalter – boten auch die Ausführungen von Unternehmer Jochen Schweizer. Mit seiner Motivationsrede machte er Mut, persönliche Grenzen auszutesten und endlich „zu springen“. Mögliche Risiken immer wieder neu zu beurteilen und sich dann bewusst für oder gegen eine Herausforderung zu entscheiden – das kann der Schlüssel für den Erfolg oder Misserfolg einer Unternehmung sein. Anhand von Beispielen aus seinem eigenen beruflichen Werdegang untermauerte der Pionier des Extremsports und Stuntman den Erfolg seiner Philosophie. Einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Veranstaltung leistete neben den hochklassigen Referenten auch die besondere Atmosphäre des Veranstaltungsortes. Die Union-Halle bot mit ihrer ungewöhnlichen Architektur den passenden Rahmen für den gelungenen KANN-Dialog 2017.

www.kann.de

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