Glas in Beton

Neue architektonische Gestaltungsmöglichkeiten

te_1006_glas_in_betonFiligrane Sichtbetonfassaden mit Glaszuschlägen, die durch verschiedenen Lichteinfall in der Sonne glitzern. Oder hochwertige großformatige Bodenplatten mit auffälligen „Farbtupfern" aus Glas: Die Integration von Glas in Sichtbeton – da sind sich die Beton-Spezialisten von Hering Bau aus Burbach sicher – wird in Zukunft völlig neue architektonische Gestaltungsszenarien ermöglichen. Gemeinsam mit der Universität Siegen hat das Unternehmen im Rahmen eines umfangreichen wissenschaftlichen Projekts mehrere Monate lang an einer Möglichkeit zur Herstellung von dauerhaften und stabilen Betonrezepturen mit Zusatz von Echtglas geforscht. Was sich als besondere Herausforderung herausstellte, denn: Bei der Verbindung von Beton und Glas entsteht – je nach Zusammensetzung des Glases – bekannterweise die „gefürchtete" Alkali-Kieselsäure- Reaktion (AKR). Durch die chemische Reaktion des Glases mit den alkalischen Bestandteilen im Beton bildet sich dabei ein zähflüssiges Alkali-Silikat-Gel. Da die Reaktion mit einer Volumenzunahme verbunden ist, also eine Ausdehnung des Gels erfolgt, wird der Beton regelrecht „gesprengt". Resultat sind schließlich Risse im Beton, die sowohl die Ästhetik als auch die Gebrauchsfähigkeit und Dauerhaftigkeit stark beinträchtigen können.

Recyclingglas am besten geeignet


Prof. Dr. Reinhard Trettin, Inhaber des Lehrstuhls für Bau- und Werkstoffchemie an der Universität Siegen und Forschungspartner des Projekts, erläutert: „Grundsätzlich wussten wir, dass bestimmte Recycling-Gläser aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung weit weniger mit Beton reagieren als normale Gläser und sich somit besonders eignen. So haben wir uns direkt von einem Recyclingunternehmen ausgewählte Materialproben in unterschiedlichen Farben und Korngrößen beschafft. Diese haben wir in Verbindung mit unterschiedlichen Betonrezepturen und zahlreichen Zuschlagstoffen hinsichtlich ihrer Beständigkeit gegenüber Alkalien getestet." Mit Erfolg: Denn im Verlauf der Versuchsreihe fand das Wissenschaftler-Team das optimale Mischverhältnis – was bedeutet, dass acht getestete Gläser sich für den Praxiseinsatz eignen und die Anforderungen der DAfStb Alkalirichtlinie (Teil 2) erfüllen. Auch den in der DIN 1045 definierten Kriterien für tragende Beton-Bauteile kommt die von Hering Bau entwickelte, spezielle „Beton-Glas-Rezeptur" nach.

Ressourcenschonend und vielfältig einsetzbar

Dipl.-Ing. Reiner Grebe, Leiter des Technischen Büros bei Hering Bau: „Mit echtem Glas lassen sich im Vergleich zu bisher gebräuchlichen Zuschlägen beziehungsweise Glasimitaten wesentlich intensivere Farben realisieren. Je nach Sonneneinfall und Perspektive des Betrachters bringen diese Glaszuschläge die Fassade zum Glitzern beziehungsweise Leuchten und stellen so einen absoluten Blickfang dar. Das eröffnet Architekten und Planern völlig neue ästhetische Möglichkeiten." Auch das zur Verfügung stehende Farbspektrum ist sehr breit. So haben die Hering Experten zum Beispiel mittlerweile normgerechte Beton-Rezepturen für den Zusatz von gelbem, grünem und blauem Recyclingglas entwickelt. Nicht zuletzt ist die Innovation vergleichsweise sehr umweltfreundlich. Durch die Verwendung von Recyclingglas werden wertvolle Ressourcen eingespart.




Zurück