'The Met' gewinnt

Internationalen Hochhaus Preis 2010

fo_1006_the_met_gewinntDas Finale um den Internationalen Hochhaus Preis (IHP) ist entschieden: Das Wohnhochhaus „The Met" in Bangkok / Thailand gewinnt den mit 50.000 Euro dotierten Wettbewerb um das weltweit innovativste Hochhaus. Wong Mun Summ, Mitinhaber des Architekturbüros WOHA, Singapur nahm die symbolische Preisstatuette im Rahmen eines Festaktes in der Frankfurter Paulskirche entgegen. Der Burj Khalifa in Dubai, das derzeit höchste Hochhaus weltweit und einer der Finalisten des IHP 2010, wurde mit einer besonderen Anerkennung für technologische Innovation geehrt.

Wohnhochhaus setzt neue Massstäbe


Das 230 Meter hohe Bauwerk „The Met" (Entwurfsplanung: WOHA, Singapur; Assoziierte Architekten: Tandem Architects, Bangkok) setzt einen innovativen grünen Akzent inmitten des dichten Bangkoker Innenstadtviertels Sathorn. „Die Idee ist, ein Hochhaus so zu öffnen, dass es inmitten einer Megacity nahezu buchstäblich atmet", urteilte die Expertenjury unter Vorsitz von Spencer de Grey, Head of Design bei Foster + Partners, London, dem Gewinner des IHP 2008. Durch vorgelagerte, begrünte Balkons und in den Baukörper quer hinein geschnittene Freiräume zeichnet sich das Hochhaus durch eine sehr hohe Durchlässigkeit aus. Alle Wohnungen werden allseitig belichtet und belüftet, was ein besonders nachhaltiges tropisches Wohnen ohne Klimaanlage ermöglicht.
Diese sowohl ökologisch als auch ökonomisch äußerst effiziente Struktur dürfte, so die Jury, „global richtungsweisend sein bei der Suche nach innovativen lokalen Entwurfsansätzen."

Mit dem schlanken, 230 Meter hohen Gebäude 'The Met', das im innerstädtischen Viertel Sathorn in Bangkok liegt, wurde ein tropisches Hochhaus geschaffen. Die Planung wurde dabei speziell auf das ganzjährig tropische Klima mit Monsunwinden und hoher Luftfeuchtigkeit ausgerichtet. Die äußere Gestaltung ist durch eine spezifisch thailändische Formen- und Materialsprache bestimmt. Das Wohnhochhaus, das 370 Wohnungen auf 66 Geschossen umfasst, entwickelt einen ortsspezifischen Ansatz zum Wohnen inmitten einer dicht besiedelten, von hoher Luftverschmutzung und wenig Freiräumen gekennzeichneten Metropole. Die geläufige, für gemäßigte Klimazonen entwickelte Anordnung von Innen- und Außenräumen wurde dabei umgekehrt: Großzügige Freiräume befinden sich nicht allein auf den Balkonen vor den Wohnungen, sondern wurden zugleich quer in das Gebäudevolumen hinein geschnitten. Der gesamte Baukörper wirkt dadurch stark perforiert und permeabel, zeichnet sich somit durch eine besonders große Durchlässigkeit aus. Alle der zwei bis vier Zimmer-Wohnungen besitzen eine Querlüftung nach Norden und Süden. Durch die Anordnung sowohl nach außen als auch zu den inneren Freiräumen werden die Wohneinheiten von allen Seiten belichtet und belüftet, was ein besonders nachhaltiges Wohnen ohne Klimaanlage ermöglicht.

Die Fassadengestaltung mit großflächigen Keramikfliesen, Textilien und Holzpaneelen ist inspiriert von thailändischen Tempelfliesen und den Holzarbeiten an traditionellen thailändischen Wohn häusern. Private Wohnformen sind zugleich mit gemeinschaftlichen Nutzungsflächen verbunden, die sich über das gesamte Gebäude verteilen. Diese Vielzahl an Gemeinschaftsflächen, wie Terrassen mit Barbecue, einer Bibliothek, einem Spa-Bereich oder dem Dach garten schaffen eine attraktive Mischung der Nutzungsmöglichkeiten. Mit seiner expressiven Fassade zeichnet sich 'The Met' in der Skyline von Bangkok deutlich ab. Wenn die Begrünungen der Gärten und der Fassade das Gebäude bald bedecken, wird es als ein gelungenes Beispiel für den Typus des grünen Hochhauses in einer tropischen Klimazone stehen.

Projektentwickler des 2009 fertig gestellten Hochhauses ist Pebble Bay (Thailand) Co., Ltd., ein Tochterunternehmen des internationalen Hotelbetreibers und -entwicklers Hotel Properties Ltd. (HPL), Singapur. Die Preissumme in Höhe von 50.000 Euro spendet der Bauherr an den School Pocket Money Fund der singapurischen Tageszeitung The Straits Times. Die Stiftung unterstützt Kinder aus einkommensschwachen Familien bei der Schulbildung.

Burj Khalifa erhält besondere Anerkennung

Neben dem diesjährigen Gewinner wurden auch die übrigen vier Finalisten-Gebäude geehrt sowie die besondere Auszeichnung für technologische Innovation vergeben. Eine Anerkennungsurkunde erhielten das 262 Meter hohe Wohnhochhaus Aqua Tower (Chicago) von Studio Gang (Chicago), der 828 Meter hohe Burj Khalifa (Dubai) von SOM (Chicago), das 492 Meter hohe Shanghai World Financial Center (Shanghai) von KPF (New York) sowie das 203 Meter hohe Berufsfachschulzentrum Tokyo Mode Gakuen Cocoon Tower (Tokio) von Tange Associates (Tokio). Der Burj Khalifa erhielt zudem die besondere Anerkennung für technologische Innovation aufgrund zahlreicher Neuerungen auf dem Gebiet der Baukonstruktion und der Aufzugtechnik. Beides werde nach Ansicht der Jury künftig den Hochhausbau weltweit maßgeblich beeinflussen.
Die Ausstellung „Best HighRises – Internationaler Hochhaus Preis 2010", die das Deutsche Architekturmuseum wegen eines Umbaus vom 6. November 2010 bis 16. Januar 2011 im benachbarten Museum für Angewandte Kunst Frankfurt zeigt, würdigt den Preisträger sowie die vier weiteren Finalisten und präsentiert das breite Spektrum der insgesamt 27 nominierten Projekte.




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