KUFA-Kreisel

Der Plattenspieler-Kreisverkehr in Lyss

1905 fo ETHZuerich

Wer entspannen möchte, fährt einfach mal eine Runde mehr im Kreisverkehr – und das am besten mit der richtigen Musik. Ob das auch die zündende Idee war für den Kreisverkehr, den die Kulturfabrik KUFA in der Schweizer Gemeinde Lyss initiiert hat? Denn seit Mai letzten Jahres dreht man sich hier im Kreis um einen überdimensionalen Plattenspieler aus Beton.

Die Resonanz auf diesen wahrscheinlich ungewöhnlichsten Kreisverkehr überhaupt ist überwältigend. Im Netz schlug der Plattenspieler virale Wellen und bei der KUFA gingen Anfragen aus Kolumbien, Australien und aller Welt ein. Auch eine kanadische Gemeinde möchte ihren eigenen Plattenspieler. Egal ob DJs, Vinyl-Fans oder einer der größten Plattenverlage in Deutschland – alle schwärmen vom Plattenspieler-Kreisel in Lyss. Vorausgegangen ist der Fertigstellung ein über vier Jahre währender Prozess von Ideenfindung, Überzeugungsarbeit und reichlich ehrenamtlichem Engagement. Zum Beispiel wurden die Metallplatten am Rand des Plattenspielers, die dem ganzen die charakteristische Optik verleihen, von freiwilligen Helfern in Handarbeit angebracht. Das Beton-Fundament dagegen hat ein Unternehmen zu großzügigen Konditionen beigesteuert. „Wir haben damals im Jahr 2014 unser Interesse angemeldet, bei der Gestaltung des Kreisels mitzuwirken“, erklärt Thomas Hässig, von der KUFA. „Und als Konzert- und Kultur- Club wollten wir mal eine eigenwillige und unserem Metier entsprechende Idee entwickeln. Die tatsächliche Umsetzung erforderte dann einen langfristigen Abstimmungsprozess mit der anfangs skeptischen Gemeinde. Aber inzwischen überwiegt die Begeisterung über den XXL-Plattenspieler auch bei den Einheimischen vor Ort.“ Da fährt man wirklich gerne mal eine Runde mehr. Einziger Wermutstropfen: Der Tonarm fiel der Verkehrssicherheit zum Opfer.

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