Rhizolith Island

Auszeichnung für innovatives Konzept für Mangroven- und Küstenschutz

1706 fo rhizolithDie von der Cemex Research Group ent­wickelte Betoninsel „Rhizolith Island“ dient zur Revitalisierung von Man­grovenwäldern und verhindert als schwimmender Küstenschutz die Überschwemmung bewohnter Gebiete. Diese harmonische Verbindung von Naturschutz und Urbanisierung überzeugte die Jury des German Design Award 2018.

Das internationale Forschungs- und Entwicklungszentrum des Baustoffunternehmens Cemex, die Cemex Research Group AG in der Schweiz, hat Rhizolith Island in Zusammenarbeit mit APTUM Architecture und der Syracuse Univer­sity entwickelt. Die schwimmende widerstandsfähige Küsteninfrastruktur aus Cemex-Spezialbetonen revitalisiert Mangrovenwälder entlang erosions­gefährdeter Küstenabschnitte. Die modulare Platt­­form aus kombinierbaren Elementen basiert auf fortschrittlicher Betontechnologie. Hochfeste, leichte, durchlässige und hochgradig verformungsfähige Betonkonstruktionen verbessern die ökologische Leistungsfähigkeit der Insel als Wellenbrecher. Zugleich soll Rhizolith Island dazu beitragen, dass die Bewohner überschwemmungsgefährdeter Küs­ten mehr Achtung für die empfindlichen Ökosysteme entwickeln, die ihre Siedlungen umgeben und schützen. Das Rhizolith-Island-Projekt wurde in Cartagena, Kolumbien, getestet, wo ein Prototyp gebaut und während der Concrete Reunion 2016 Conference ausgestellt wurde. Die gewonnenen Daten sind Ausgangsbasis für den Bau von neuen Prototypen, die die Projektpartner im Zuge der weiteren Forschung an zwei zusätzlichen Standorten in Kolumbien testen. Nicht nur den German Design Award 2018 erhält Rhizolith Island, das Projekt kann auch den Merit Award des American Institute of Architects New York Chapter (AIANY) 2017 Design Awards vorweisen. Für das Baustoffunternehmen Cemex sind die Herausforderungen der Urbanisierung ein wichtiges Thema. Welchen Beitrag kann Beton zur Urbanisierung von Küstengebieten leisten? Die beteiligten Partner beschlossen, ein Konzept zu entwickeln, das durch eine Symbiose von Beton und Natur die Schädigung von Mangroven aufhält. Mangrovenwälder bestehen aus Sträuchern und kleinen Bäumen, angepasst an die rauen Bedingungen tropischer Küsten. Sie bieten vielen Zugvögeln und Meereslebewesen einen Lebensraum, und sie nehmen CO2 aus der Atmosphäre auf. Als eine der wirksamsten Barrieren gegen Wind und Wellen helfen sie, die Erosion und die Überschwemmung von Küstenregionen zu verhindern. Trotz ihrer wichtigen Funk­tion im Ökosystem sind mehr als 35 Prozent der Mangrovenwälder durch Umweltverschmutzung, Naturkatastrophen, Bevölkerungsdruck und veränderte Landnutzung verloren gegangen. Das Wachstum der Städte trägt zur Zerstörung von Küstenlinien bei, lässt Ökosysteme und Lebensräume von Tieren und Pflanzen verschwinden und führt zu Flutkatastrophen. Rhizolith Island besteht aus einem Mosaik schwimmender Betonstrukturen mit einem „Kopf“ und einer „Flosse“, die als Saatgutträger für Mangroven fungieren. Der Kopf wird aus einem Cemex-Leichtbeton gefertigt. Er ist leichter als Wasser, so dass er trotz der Löcher im Baukörper schwimmt. Diese Bohrungen brechen die Wellen und wirken so der Küstenerosion entgegen. Die Flosse bietet Fischen und See­pocken einen Lebensraum. Sie besteht aus einem hochfesten verformungsfähigen Beton. Anders als herkömmlicher Küstenschutz zeichnen sich die künst­lichen Mangroveninseln dadurch aus, dass sie eigens für eine Synthese mit dem umliegenden Ökosystem konzipiert sind. Die Projektbeteiligten erwarten, dass die zunehmende Sedimentation innerhalb von fünf bis zehn Jahren die Uferlinien wiederherstellt und die Betonstrukturen einschließt. Die auf den Inseln wachsenden Mangroven werden sich im neu abgelagerten Boden verankern. Während die Mangroven wachsen, werden ihre Wurzeln und ihr Gewicht den Beton vollständig durchbrechen. Sie übernehmen dann die Funktion einer permanenten natürlichen Pufferzone, die Wasser zurückhält und bei Stürmen die Überschwemmungen reduziert. Die zerbrochenen Überreste der Struktur werden das Wachstum von Korallen­riffen fördern.

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