Zukunftsorientierte Lösungen im Fokus

DyckerhoffWeiss Betonwerkstein-Tagung 2015

fo 1503 zukunftsorientierte loesungen im fokusMit jeder Menge zukunftsorientierter Fragen und Lösungen beschäftigten sich die Referenten auf der diesjährigen DyckerhoffWeiss Betonwerkstein- Tagung, die im Mai in Wiesbaden stattfand. Das Themenspektrum reichte von innovativen Produktentwicklun gen bei Zement und Beton über moderne Bewehrungen und Schalungstechniken bis hin zum umweltschonenden Einsatz von Betonpflaster.

 

Das Unternehmen Dyckerhoff mit seiner über 150jährigen Geschichte hatte schon immer den Anspruch „näher an der Zukunft zu sein als andere“ – so Martin Möllmann bei seiner Begrüßung der rund 120 Gäste im Wiesbadner Info- Zentrum. Dies ist insbesondere der Arbeit des Wilhelm-Dyckerhoff-Instituts (WDI) zu verdanken, das mit seiner hohen Kompetenz und in enger Koopera - tion mit führenden Hochschulen ständig an zukunftsträchtigen Lösungen arbeitet.

Innovation braucht Forschung

Eindrucksvoll untermauert wurden die Aussagen zur Innovationskraft von Dyckerhoff bereits von dem ersten Referenten der diesjährigen Tagung. Unter dem Titel „Innovation braucht Forschung“ richtete Dipl.-Ing. Thomas Deuse, bei der Dyckerhoff GmbH zuständig für Produktentwicklung und Spezialbaustoffe, den Blick auf aktuelle und richtungsweisende Entwicklungen, sowohl bei Dyckerhoff wie auch bei der Muttergesellschaft Buzzi. Dazu zählt mit Next Base ein Zement auf Basis Calciumsulfoaluminat-Klinker mit CEKennzeichnung, also ein sogenannter CSA-Zement, als Alternative zum Portland- Klinker, aber auch Spezialzemente und -bindemittel auf Basis der Feinstzementtechnologie wie Variodur und Nanodur. Eindrucksvoll die lange Liste aktueller Forschungsprojekte, an denen Dyckerhoff beteiligt ist wie beispielsweise die BMBF-Projekte Nanotecture und OLAF oder HighTechMatBau, um nur einige zu nennen. Durchweg Projekte, die nicht zuletzt dazu dienen, neue Märkte für zementäre Produkte zu erschließen. Wie die ständige Forschung und Entwicklung bei Dyckerhoff ganz konkret den Kunden zu Gute kommen können, dies zeigte anschließend Dipl.-Ing. Dennys Dressel von der technischen Beratung der Dyckerhoff GmbH. Anhand von Beispielen machte er deutlich, was man in Wiesbaden unter „kundenorientierten Lösungen für Zement und Beton“ versteht. Ausführlich stellte der Referent die verschiedenen, am WDI angewandten Methoden vor, mit denen sich die spezifischen Anforderungen und Probleme der Kunden nachstellen und testen lassen – etwa mit Hilfe eines IC-Testers oder einer Labor-Pflastersteinmaschine. All dies dient der Unterstützung der Kunden sowohl bei der Auswahl von Ausgangsstoffen, als auch bei betontechnologischen Fragen hinsichtlich der Verarbeitbarkeit und Dauerhaftigkeit von Betonen. Dazu zählt auch der „Frost-Tausalz-Widerstand von Betonpflastersteinen“, der auch im Mittelpunkt des Vortrags von Dr.-Ing. Patrick Schäffel von der VDZ gmbH aus Düsseldorf stand. Bei seinem Blick auf die Ergebnisse aus Laborprüfungen thematisierte er die widersprüchlichen Aussagen zwischen dem Betonverhalten in der Praxis und im Prüfverfahren ebenso wie die Auswertung von Wetterdaten oder den Einfluss unterschiedlicher Taumittel auf die Dauerhaftigkeit von Betonwaren.

Beton und Umwelt

Wie der „Einsatz von Betonpflasterweisen zur Entlastung der Umwelt“ beitragen kann – dies analysierte Dipl.-Ing. Jochen Richard vom Planungsbüro Richter-Richard aus Aachen/Berlin. Aus der Sicht eines Planers richtete er den Blick dabei vor allem auf Aspekte wie Reduzierung der Flächenversiegelung, Lärmminderung und Luftreinhaltung. Zu den eingangs genannten zukunftsorientierten Themen zählt das Thema der innovativen Bewehrungen. Was „nicht-metallische Hochleistungsbewehrungen für schlanke Betonbauteile“ bereits heute leisten, dies zeigte Dr. Christian Kulas von der solidan GmbH aus Albstadt. So ermöglichen nicht-korrodierende Stab- und Flächenbewehrungen aus AR-Glas, Carbon und Basalt besonders dünne, leichte und dauerhafte Betonbauteile. Sie sind darüber hinaus ressourcenschonend und werden bereits erfolgreich im Fassaden- oder Brückenbau eingesetzt. Dass neben Material und Herstellung auch moderne Schalungstechniken den Beton formen, machte Lutz Hammer von der Reckli GmbH in Herne deutlich. Insbesondere elastische Schalungseinlagen, sogenannte Matrizen, erlauben es, mit Beton ein optisches Ausrufungszeichen zu setzen. Abgerundet wurde die diesjährige DyckerhoffWeiss-Tagung mit einem juristischen Vortrag zur „Aktuellen Rechtsprechung zu optischen Mängeln“ von Prof. Jürgen Ulrich. Der ehema lige Vors. Richter am Landgericht und Professor für Sachverständigenrecht an der Hochschule Bochum bewies dabei mit seinem pointierten Wortwitz, dass die „Juristerei“ keinesfalls eine „trockene“ Angelegenheit sein muss. Insbesondere gelang es ihm ganz hervorragend, auch schwierige rechtliche Zusammenhänge allgemein verständlich zu machen und richterliche Entscheidungen zum Thema optischer Mängel im Bauwesen überzeugend zu kommentieren.

www.dyckerhoff-weiss.de