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Exoskelett

Kraftschlüssige Betonstruktur für eine Hochhaus in Miami

1905 fo ETHZuerich

One Thousand Museum ist ein 62stöckiger Wohnturm gegenüber dem Museumspark in Miami – anders als man es vermutet bezieht sich der Name dabei nur auf die Lage des Gebäudes. Dieser beliebte 30 Hektar große Park mit Blick auf die Biscayne Bay wurde 2013 als einer der wichtigsten öffentlichen Räume in der Innenstadt von Miami neu gestaltet und umfasst zahlreiche neue Kunsteinrichtungen und wissenschaftliche Museen der Stadt. Der Entwurf des Turms ist eine Weiterentwicklung der Hochhauskonstruktionen von Zaha Hadid Architects, die einen fließenden architektonischen Ausdruck definieren soll und dabei mit der Technik für die gesamte Höhe eines Bauwerks übereinstimmt.

Das Beton-Außenskelett des One Thousand Museum strukturiert die Fassade in ein Netz aus fließenden Linien, das seitliche Aussteifungen mit tragender Unterstützung integriert. Von oben nach unten als ein durchgehender Rahmen lesbar, fächern sich die Stützen an der Basis des Wohnturms auf und bilden ein starres Rohr, das sich den an-spruchsvollen Windlasten von Miami entgegenstellt. Die gebogenen Stützen bilden dabei eine hurrikanresistente Diagonalaussteifung.
„Das Design drückt eine Fluidität aus, die sowohl strukturell als auch architektonisch ist“, erklärt Chris Lepine, Projektleiter bei Zaha Hadid Architects. „Das Tragwerk wird je nach Bedarf dicker und dünner, wodurch eine Kontinuität zwischen Architektur und Technik entsteht. Die Tragkonstruktion des One Thousand Museum besteht aus einer Glas faserbetonschalung, die im Laufe des Baus des Turms an Ort und Stelle verbleibt. Diese permanente und lastabtragende Betonschalung ist damit auch eine architek tonische Ausführung, die nur minimale Wartung erfordert. Hinter diesem „Exoskelett“ kontrastiert die facettierte, kristallartige Fassade mit der Solidität des Bauwerks. Durch den äußeren Rahmen des Gebäudes sind die inneren Bodenplatten des Turms fast stützenfrei, wobei die Krümmung des Exoskeletts auf jedem Stockwerk leicht unterschiedliche Grundrisse erzeugt. In den unteren Stockwerken sind die Terrassen von den Ecken auskragend, während in den oberen Stockwerken die Terrassen hinter der Struktur eingearbeitet sind.


Photos: Hufton+Crow für Zaha Hadid Architects

Architektur
Zaha Hadid Architects, London EC1R 0BQ, UK
www.zaha-hadid.com

DAM Preis 2020

Neubau der James-Simon-Galerie in Berlin von David Chipperfield Architects

1905 fo ETHZuerich

Bei der James-Simon-Galerie auf der Berliner Museumsinsel gelang den Architekten ein städtebaulicher Spagat. Es galt, an einer der prominentesten wie auch sensibelsten Stellen Berlins ein repräsentatives Eingangsgebäude zur Museumsinsel zu schaffen, das sich gleichzeitig der starken architektonischen Setzung des Ensembles aus Perga-mon-, Neuem und Altem Museum, des Kupfergrabens und der inzwischen weitgehend fertiggestellten Rekonstruktion des Stadt schlosses ein- und unterordnet. Seit 2007 werden mit dem DAM Preis jährlich heraus ragende Bauten in Deutschland ausgezeichnet.

www.dam-online.de

Ausgezeichnet

German Design Award für Neubau der MC Bauchemie in Bottrop

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Der Hauptstandort der MC Bauchemie in Bottrop Am Kruppwald wurde mit einem über 3.000 m² großen Neubau und zahlreichen Moderni sierungen erweitert und umge baut. Für das Projekt wurden die Architekten von SSP AG (ehemals SchürmannSpannel) aus Bochum mit dem diesjährigen German Design Award ausgezeichnet. Maß ge b lich waren hierfür die Komposition des ge wählten Baukörpers, die Anordnung der Büros als Krone sowie die Farbe und die Materialauswahl aus car bon verstärktem und grau ein ge-färbtem Beton. Die gelochten dünnen Fassadenplatten, über welche die Logistikflächen beleuchtet werden, sind Fertigungen aus dem Hause Hering Architectural Concrete. Der Erweiterungsbau beeindruckt mit insgesamt 409 betoShell NEO30-Elementen in Anthrazit mit Carbonbewehrung und einer gesäuerten Oberfläche. Die Logistikfläche sowie das aufgestockte Bürogeschoss setzen sich mit der ästhetisch ansprechenden Betonfassade ins Rampenlicht. Für die Fertigung der gelochten dünnen und beleuchteten Platten des Logistikgebäudes waren Einzelzulassungen erforderlich.

 


www.mc-bauchemie.de
www.ssp.ag
www.heringinternational.com

Effizient, papierlos, individuell

Heidelberger Beton mit neuen digitalen Lösungen

Unter dem virtuellen Dach „Heidelberger Beton 24“ bündelt die Heidelberger Beton GmbH ab sofort alle digitalen Services für die Zielgruppen Bauunternehmen und Architekten. Die neuen Lösungen reduzieren den Verwaltungsaufwand und gestalten Geschäftsprozesse effizienter und transparenter.

Start der App „OnSite“
Wo ist mein Fahrmischer? Ab jetzt ist diese Info nur einen Klick entfernt, denn mit „OnSite“ gibt es die App für das Smartphone auf der Baustelle. Egal ob Baustellen- oder Bestellübersicht, Zeitplan für Betonagen oder Live-Tracking der Fahrmischer inklusive Lieferinformationen: Mit dieser App können Betonagen besser geplant und – falls nötig – die Unterstützung von einem Heidelberger Beton-Mitarbeiter angefordert werden. „OnSite“ ist über den Google Play Store sowie den App Store von Apple verfügbar. Zur Verfügung steht die App bereits für Kunden in den Vertriebsregionen Nord-Ost und Süd-West und in Kürze deutschlandweit.

Papierlose Baustelle mit Kundenportal
Wer nicht nur die Vorteile der App nutzen möchte, sondern eine komplett papierlose Baustelle zum Ziel hat, um den Verwaltungsaufwand zu reduzieren, kann dies ebenfalls mit Heidelberger Beton umsetzen. Dafür eignet sich das Kundenportal optimal. Hier können Bestell informationen jederzeit und überall online abge rufen werden. Ob Rechnungen, Verträge, Lieferscheine oder Mischer-Status – im Kundenportal ist all das unkompliziert und schnell verfügbar. Zusätzlich bietet Heidelberger Beton auch den rein elektronischen Liefer schein und den digitalen Rechnungsversand an. In der Praxis sieht das wie folgt aus: Verlässt der Fahrmischer das Betonwerk, erscheint der elektronische Lieferschein im Kundenportal. Auf der Bau stelle erfolgen dann Ergänzungen wie die elektronische Unterschrift und die automatisch erfassten Zeitstempel. Dadurch stehen rund fünf Minuten, nachdem der Fahrmischer die Baustelle wieder verlassen hat, der Lieferschein sowie der ergänzende Anlieferungsnach-weis im Kundenportal und auf Wunsch auch per E-Mail zur Verfügung. Alle Dokumente sind auch nach der Lieferung dauerhaft zur Ansicht oder zum Download im Kundenportal verfügbar. Bei Interesse am Kundenportal, welches bereits bundesweit genutzt werden kann, bittet Heidelberger Beton sich an den jeweils bekannten Vertriebspartner zu wenden. Wer ausschließlich den digitalen Rechnungsversand per E-Mail wünscht, kann sich mit wenigen Klicks auf der Internetseite „Heidelberger Beton 24“ dafür registrieren.

Interaktive Online-Beratung zu Spezialprodukten
Ein weiterer Zuwachs bei den digitalen Services unter „Heidelberger Beton 24“ ist die interaktive Online-Beratung zu Spezialprodukten. Architekten und Planer können ab sofort über eine Buchungsplattform einen Termin vereinbaren, um sich per (Video-)Telefonie zu einem oder mehreren Spezialprodukten der Heidelberger Beton beraten zu lassen. So ist es möglich, Beratungsgespräche zu führen, Präsentationen zu zeigen und sich persönlich auszutauschen ohne lange Reisezeiten in Kauf zu nehmen. Bei Interesse kann über „Heidelberger Beton 24“ in nur wenigen Klicks ein Webinar-Termin vereinbart werden.

Services für Bauunternehmer und BIM
Ebenfalls auf „Heidelberger Beton 24“ zu finden ist die Plattform „Services für Bauunternehmen“. Sie bietet verschiedene Problemlösungen für verarbeitende Unternehmen, um ein perfektes Ergebnis mit fachgemäßen Produkten und Anwendungen zu erhalten. Neben Informationen zur Betontechnologie gibt es relevante Hinweise zu Arbeitssicherheit, eine übersichtliche Standort- und Ansprechpartnersuche sowie das komplette Lieferprogramm des Unternehmens. Und wer bisher das Stichwort BIM vermisst hat, wird ebenfalls hier fündig.

www.beton24.de

13. Swiss Music Awards

Objekt der Begierde aus Schweizer Beton

1905 fo ETHZuerichSeit jeher steht die Auszeichnung, der vielzitierte Betonwürfel, nebst der Anerkennung für erzielte Erfolge auch als Grundstein für eine vielversprechende Karriere. Keine Überraschung, denn überall dort, wo konstruktive und kreative Höchstleistungen gefragt sind, kommt Beton im wahrsten Sinne des Wortes zum Tragen. Auch der Swiss Music Award wird seit jeher aus Beton gegossen. Betonsuisse beteiligt sich an der Produktion der rund 50 Beton-Awards. Die 13. Swiss Music Awards fanden statt – mit erstklassigen Live-Acts, emotionalen Lobesreden auf die Gewinnerinnen und Gewinner und einer gelösten Stimmung im KKL Luzern. Die Überflieger in diesem Jahr waren Patent Ochsner – zwei Mal gewann die Berner Mundart-Band einen Betonklotz. Der Best Hit ging, wie auch schon letztes Jahr, an Loco Escrito. Sie sind das Objekt der Begierde an den Swiss Music Awards: Die Sieger-Steine. Wie schwer die sind und was der Warenwert eines solchen Steins ist, hat Moderatorin Hazel Brugger im Atelier von Ralph Jordi gleich selber ausgecheckt. Der Link zum Video auf SRF 3: www.opusC.com/award1 Einen Running Gag bastelte sich Hazel Brugger rund um Popsänger Baschi, der noch nie einen Swiss Music Award gewonnen hat und von der Komikerin sanft „gezwungen“ wurde, sich live in der Show seinen ersten eigenen Betonstein zu gießen. Das Video dazu unter: www.opusC.com/award2

www.swissmusicawards.ch

Formfreiheit

Holländisches Design im 3D-Betondruck

1905 fo ETHZuerichDer 3D-Druck hat sich in den letzten Jahren als Produktionstechnologie für Designer etabliert und erobert nun mit dem Einsatz von geeigneten Betonzusatzmittel die Architektur und Bauindustrie. In ihrem neuesten Projekt hat sich das Unternehmen Vertico XL 3D-Druck mit der Technischen Universität Eindhoven, Fachbereich Architekturdesign und Ingenieurwesen, zusammengetan, um drei eindrucksvolle monolithische Betonsäulen zu schaffen und diese digitale Design- und Bauinnovation zu präsentieren. Die 3 Meter hohen und nur 300 kg schweren Säulen wurden auf der letzten Dutch Design Week in Eindhoven vorgestellt. „Das Ziel dieses Projekts war es, die ästhetischen Möglichkeiten, die Designern und Architekten jetzt zur Verfügung stehen, in den Mittelpunkt zu stellen. Diese Technik ermöglicht es uns, drei einzigartige Säulen praktisch ohne zusätzliche Kosten zu produzieren“, sagt Volker Ruitinga, Gründer von Vertico. Die Objekte wurden in der gleichen geschichteten Weise wie andere 3D-Drucktechniken aufgebaut. Im Gegensatz zum Polymerdruck lässt der 3D-Betondruck jedoch keinen signifikanten Überstand zu. Die meisten Projekte beinhalten gerade Wände mit Kurven nur in der zweidimensionalen Ebene, d.h. die Ecken sind abgerundet, die Objekte selbst sind jedoch gerade und überwiegend senkrecht zum Boden. Um diese Beschränkung zu überwinden, ist Füllmaterial ähnlich wie bei der Pulverdrucktechnik erforderlich. In diesem Projekt wurde Füllmaterial verwendet, um die doppelt gekrümmte Oberfläche der Säulen zu stützen. Ausgangspunkt für dieses Projekt war die letztjährige Abschlussarbeit im Architekturstudium an der TU Eindhoven. Die Säulen selbst wurden von der Absolventin Alessia Biffi in Rhino+Grasshopper unter der Leitung von Prof. Ir. Bekkering entworfen. Im Rahmen ihrer Graduierung wurden die Studenten gebeten, die ”Alten Docks“ in Gent zu überdenken und neue Entwürfe für soziale Funktionen vorzuschlagen. Themen sind unter anderem: Licht, Verbindungen, Muster, Trägermaterialien und Montage – um die ästhetischen und nachhaltigen Qualitäten des 3D-Betondrucks zu entdecken.

Vertico NL-3821BL Amersfoort
www.vertico.xyz

KUFA-Kreisel

Der Plattenspieler-Kreisverkehr in Lyss

1905 fo ETHZuerich

Wer entspannen möchte, fährt einfach mal eine Runde mehr im Kreisverkehr – und das am besten mit der richtigen Musik. Ob das auch die zündende Idee war für den Kreisverkehr, den die Kulturfabrik KUFA in der Schweizer Gemeinde Lyss initiiert hat? Denn seit Mai letzten Jahres dreht man sich hier im Kreis um einen überdimensionalen Plattenspieler aus Beton.

Die Resonanz auf diesen wahrscheinlich ungewöhnlichsten Kreisverkehr überhaupt ist überwältigend. Im Netz schlug der Plattenspieler virale Wellen und bei der KUFA gingen Anfragen aus Kolumbien, Australien und aller Welt ein. Auch eine kanadische Gemeinde möchte ihren eigenen Plattenspieler. Egal ob DJs, Vinyl-Fans oder einer der größten Plattenverlage in Deutschland – alle schwärmen vom Plattenspieler-Kreisel in Lyss. Vorausgegangen ist der Fertigstellung ein über vier Jahre währender Prozess von Ideenfindung, Überzeugungsarbeit und reichlich ehrenamtlichem Engagement. Zum Beispiel wurden die Metallplatten am Rand des Plattenspielers, die dem ganzen die charakteristische Optik verleihen, von freiwilligen Helfern in Handarbeit angebracht. Das Beton-Fundament dagegen hat ein Unternehmen zu großzügigen Konditionen beigesteuert. „Wir haben damals im Jahr 2014 unser Interesse angemeldet, bei der Gestaltung des Kreisels mitzuwirken“, erklärt Thomas Hässig, von der KUFA. „Und als Konzert- und Kultur- Club wollten wir mal eine eigenwillige und unserem Metier entsprechende Idee entwickeln. Die tatsächliche Umsetzung erforderte dann einen langfristigen Abstimmungsprozess mit der anfangs skeptischen Gemeinde. Aber inzwischen überwiegt die Begeisterung über den XXL-Plattenspieler auch bei den Einheimischen vor Ort.“ Da fährt man wirklich gerne mal eine Runde mehr. Einziger Wermutstropfen: Der Tonarm fiel der Verkehrssicherheit zum Opfer.

www.kufa.ch

Loeb Fellow

Wolfgang Rieder nach Harvard berufen

1905 fo ETHZuerichWolfgang Rieder, Geschäftsführer und Eigentümer der 1958 gegründeten Rieder Gruppe wurde unter 200 Bewerberinnen und Bewerbern als einer von neun Stipendiaten als Loeb Fellow berufen. Somit ist er nicht nur der erste Österreicher, sondern auch der erste Produzent, dem diese Ehre zuteilwird. Im Studiensemester 2019/2020 wird er sich den Themen wie Klimaschutz und nachhaltigem Bauen widmen, um sich aktiv für eine bessere, resilientere Architektur einzusetzen.

Die an die Designhochschule der Harvard University angebundene Loeb Fellowship wurde 1968 durch eine Stiftung des Unternehmers und Philanthropen John L. Loeb begründet. Erfahrenen Praktikern aus verschiedenen Berufsfeldern, die einen Einfluss auf die Gestaltung der gebauten und natürlichen Umwelt haben, wird die Chance geboten, ihr Wissen auf einen höheren Stand zu bringen und mit anderen zu teilen. Etwas tun lautet das Gebot der Stunde Wolfgang Rieder versteht sich seit jeher nicht nur als Produzent hochwertiger Lösungen aus Beton. Stets eine Motivation all seines Tuns ist es, einen aktiven Beitrag zur Lösung des CO2-Problems zu leisten und sich für eine nachhaltigere Architektur einzusetzen. Parallel zum Baugeschäft engagiert er sich seit einiger Zeit für ökologische Landwirtschaft und nachhaltigen Tourismus. „Alle reden zwar vom Klimaschutz, das Gebot der Stunde lautet, auch etwas zu tun“, ist es Wolfgang Rieder ein Anliegen, lösungsorientiert zu handeln und Verantwortung nicht zu delegieren. Als Unternehmer fühlt er sich der Umwelt verpflichtet – für deren Schutz ebenso wie deren Gestaltung und sieht sich zugleich als Brückenbauer, der mithilft, Dinge, die andere in der Theorie entwickeln, umzusetzen: „Ich möchte meinen Aufenthalt nutzen, am Puls der aktuellen Forschungsdiskurse das Verhältnis zwischen produzierender Industrie und Architekturschaffenden neu zu beleuchten.“ Die Architekturszene müsse ihren Elfenbeinturm verlassen und der Position der Hilflosigkeit gegenüber dem Ökozid an unserem Planeten entkommen. Dazu sei es notwendig, dass die Disziplin die Leadership bei der Bekämpfung des Klimawandels übernehme und Politik sowie Bauindustrie mit ihrem fachlichen Input dazu bringt, sich zu wirksamen Maßnahmen zu verpflichten. Theorien für eine Ökologisierung des Bauens – von der Baustoffproduktion angefangen bis hin zu einer umweltfreundlichen Mobilität und einer ökosozialen Stadtentwicklung – sind längst vorhanden, nun hieße es, konkrete Aktionen auf jeder Ebene zu setzen, um mögliche Lösungen real begreifbar zu machen und zu zeigen, dass die kritische Situation beherrschbar ist. Nachhaltigkeitsdebatte substanziell führen Erste Schritte zur nachhaltigen Veränderung der Denkweise in der Bauund Designbranche unternahm Rieder mit Initiativen wie „zero waste“ und dem Produkt „scrapcrete“, wo es darum geht, in der Bauwirtschaft anfallenden Abfall sinnvoll für neue Anwendungen nutzbar zu machen. „Um dem Klimanotstand entgegenzuwirken ist es wichtig, sich vom Materialfetischismus in der Architektur zu lösen und die Nachhaltigkeitsdebatte substanziell zu führen.“ Wolfgang Rieder versteht sich als First Mover in der für den Hauptanteil der globalen CO2-Emissionen verantwortlichen Bauindustrie. „Ich möchte mir nicht vorwerfen lassen, dass unsere Generationen den Planeten Erde ruiniert hat. Was ich mir nie verzeihen könnte ist, mich gegen besseres Wissen nicht zu engagieren.“ Sein Unternehmen emittiere nach eigenen Berechnungen inklusiver aller Reisen 7100 Tonnen CO2 pro Jahr. Mit der Pflanzung von 560.000 Bäumen ist es möglich, diesen Ausstoß zu neutralisieren. Wolfgang Rieder will es nicht bei der Theorie belassen und das Aufforstungsprojekt in Angriff nehmen, wobei das nur eine Maßnahme von vielen sein kann. Bis 2030 sieht die Europäische Klimaschutzstrategie eine Senkung der Treibhausgasemissionen um mindestens 40 Prozent vor. Wolfgang Rieder möchte dazu einen deutlichen Beitrag auf allen Gebieten in seinem Einflussbereich leisten und nicht untätig darauf warten, bis die dringend notwendigen politischen Weichenstellungen erfolgen. Trotz schlechter Prognosen für die Zukunft vertraue er in die Intelligenz der Menschheit und ihre Fähigkeit, ihr Handeln und Wirtschaften nachhaltig zu verändern.

www.rieder.cc

Plasticity

Sieger des Concrete Design Competition 18/19

1905 fo ETHZuerichDer Concrete Design Competition 2018/19 zum Thema „Plasticity“ ist entschieden. Bereits zum 12. Mal zeichnet das InformationsZentrum Beton im Rahmen des Wettbewerbs Studierende für herausragende Entwurfsarbeiten mit Beton aus. Nach der Bewertung von insgesamt 74 Einsendungen vergab die Jury vier Preise und zwei Anerkennungen an Studierende aus München, Braunschweig, Darmstadt und Stuttgart.

Die Jury hatte ein breites Spektrum an Projekten zu bewerten, die von Studierenden der Fachrichtungen Architektur, Innenarchitektur, Freiraumplanung, Konstruktiver Ingenieurbau, Produktdesign und Medienkunst eingereicht worden waren. „Dabei zeigten sich die vielfältigen gestalterischen Möglichkeiten von Beton auch in diesem Jahr durch unterschiedlichste Ansätze und Schwerpunkte. Architektonische, technisch-konstruktive, künstlerische und experimentell forschende Arbeiten stehen sich im Wettbewerb gegenüber und vermitteln auf inspirierende Weise die Qualitäten und die stetige Weiterentwicklung des Baustoffs“, sagt Jurymitglied Ulrich Nolting, Geschäftsführer des InformationsZentrum Beton.

www.concretedesigncompetition.de

Von Nöten zu Tugenden

Swissbau Focus-Veranstaltung im Januar in Basel

1905 fo ETHZuerichVon Nöten zu Tugenden – Die Baubranche im Wandel des Einsatzes von Ressourcen. Die Betonsuisse und der SIA, Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein, laden am 17. Januar 2020 zwischen 14:30 und 16:00 im Rahmen der Swissbau in Basel zu einer Podiumsdiskussion und anschließendem Networking- Apéro ein.

Ein Impulsvortrag von Donato Scognamiglio zum Wandel der Baubranche vom Ressourcen verschwendenden Moloch zum digital organisierten, effizienten Wiederverwerter von Rückbaumaterialien führt in die anschließende Diskussion mit Vertretern der Baubranche ein. Die Baubranche hat in den letzten 20 bis 30 Jahren einen markanten Wandel durchlebt. Noch in den 80er- und 90er-Jahren sind Mischdeponien mit allen Arten von Materialien an der Tagesordnung gewesen. Heute ist beim Rückbau die strikte Triage sämtlicher Baustoffe zum Regelfall geworden. Man hat erkannt, dass der Deponieraum und die natürlichen Rohstoffquellen zur Herstellung von Baustoffen endlich sind. Durch die Wiederaufbereitung von Bauabfällen, Bauteilen und Abbruchmaterialien zu neuen Baustoffen können die natürlichen Rohstoffressourcen geschont und somit für die Zukunft länger verfügbar gehalten werden. Teilnehmer der Podiumsdiskussion, welche unter der Leitung des „Einstein"- Moderators Tobias Müller (SRF) stattfindet, sind: • Stefan Cadosch; Präsident des Schweizerischen Ingenieur- und Architekenvereins SIA • Gian-Luca Lardi; Präsident des Schweizerischen Baumeisterverbandes SBV • Peter Richner; Stellvertretender Direktor der Empa • Donato Scognamiglio; Professor für Immobilienwirtschaft Uni Bern und CEO IAZI AG • Nick Traber; CEO Holcim (Schweiz) AG • Peter Wellauer; Geschäftsführer Betonsuisse Weitere Informationen zur Veranstaltung und die Online-Anmeldung unter

www.swissbau.ch/events