Balance zwischen Bild und Kontext


ar_1006_balance_zwischen_bild_und_kontextSichtbeton-Wohnhaus in Kempten

Dieses Haus lebt, lebt vom Spiel mit zwei Seiten, unterschiedlichen Atmosphären. Janusköpfig nennen die Architekten es in Anlehnung an die „italian thoughts" von Peter Smithson, und dass das Doppelbödige, das da mitschwingt, mit Zwiespältigem nichts zu tun hat, liegt einfach daran, dass die Böden des Hauses wirklich werden, wenn man sich bewegt. Offen/geschlossen, eng/weit, öffentlich/privat: das sind Kontraste, die sehr bewusst gesetzt sind – zum Genuss der Bewohner.
Es ist ein städtisches Haus. Nicht zuerst in der Erscheinung, sondern in der Art und Weise, wie es Öffentliches und Privates in Beziehung setzt. Öffentlichkeit wird in der Polis möglich, indem sich das Private zurückzieht, um gezielt und bewusst Kontakt zu suchen. Das Haus ermöglicht den öffentlichen Raum und dieser das Haus. Es fängt nicht mit der Haustüre an, sondern tritt in ein raffiniertes Wechselspiel, das man den italienischen Städten mit ihren Gassen, Plätzen, Höfen absehen kann, das Wohn- wie Nebengebäude umfasst. Dieses Spiel zeigt sich auch im Verhältnis der Stadt zum Land: Präzise begrenzt, bewehrt, mit genau gesetzten Öffnungen für Verkehr, Ausblicke, Lichtführung.

Den vollständigen Artikel können Sie nachlesen in opusC Ausgabe 6/2010.

Zurück